Mittwoch, 26. Juni 2019

ThyssenKrupp und Tata EU verlängert Prüffrist für Stahlfusion

Industriekonzern Thyssenkrupp will seine Stahlsparte mit der des indischen Konkurrenten Tata fusionieren

Das jahrelange Tauziehen um eine Stahlfusion zwischen dem deutschen Branchenführer Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen und seinem Konkurrenten Tata Steel Europe Börsen-Chart zeigenneigt sich dem Ende zu. Spätestens am 17. Juni will die EU-Kommission entscheiden, ob die Konzerne mit ihren Zusagen die Wettbewerbsbedenken ausgeräumt haben. Um sieben Arbeitstage bis zu diesem Datum sei die Frist nochmal verlängert worden, teilten die Brüsseler Wettbewerbshüter am Freitag mit. Die Unternehmen hätten sich angesichts noch zu klärender Fragen darauf mit der Kommission verständigt, erläuterte Thyssenkrupp. Der Konzern sei weiter zuversichtlich, dass das Joint Venture mit Tata genehmigt werde.

Die Kommission hatte Bedenken in mehreren Bereichen angemeldet, woraufhin Thyssenkrupp und Tata vor wenigen Wochen Zusagen gemacht haben, die die Kommission derzeit prüft. Einem Insider zufolge haben die Stahlkocher unter anderem vorgeschlagen, im Bereich feuerverzinkter Stahl für die Automobilindustrie zwei Anlagen in Spanien und Belgien zu verkaufen. Beim Verpackungsstahl biete Tata die Abgabe zweier Anlagen in Belgien und Großbritannien an. Viel Spielraum für weitere Zusagen gebe es nicht.


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Thyssenkrupp und Tata wollen den zweitgrößten Stahlkonzern Europas nach ArcelorMittal mit rund 48.000 Beschäftigten schmieden. Die Pläne hatte der frühere Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger vorangetrieben. Der ehemalige Finanzchef und heutige Thyssenkrupp-Boss Guido Kerkhoff hatte ihn dabei maßgeblich unterstützt. "Bringt es uns um, wenn es nicht stattfindet? Nein", spielt Kerkhoff die Bedeutung inzwischen herunter. Er will mit einer von ihm initiierten Konzernaufspaltung Thyssenkrupp einen noch radikaleren Wandel verordnen. Auch dieses Vorhaben ist allerdings keineswegs gewiss.

rtr/akn

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