Dienstag, 25. Februar 2020

Premal Desai tritt nach wenigen Monaten ab Thyssenkrupp ernennt Bernhard Osburg zum neuen Stahlchef

Neuer Chef für die Stahlsparte: Bernhard Osburg übernimmt Thyssenkrupp Steel Europe

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen erhält vor der geplanten Restrukturierung einen neuen Chef. Der Sprecher des Vorstandes von Thyssenkrupp Steel Europe, Premal Desai, werde seinen Posten zum Ende des Monats verlassen, bestätigte das Unternehmen am Dienstagabend vorherige Berichte. Auslöser für die einvernehmliche Trennung seien unterschiedliche Vorstellungen über die Ausrichtung des Stahlgeschäfts.

Premal Desai
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Premal Desai

Nachfolger soll Bernhard Osburg werden, der bislang für den Vertrieb verantwortlich ist. Der studierte Maschinenbauer ist seit 2014 für Thyssenkrupp Steel Europe tätig. Neu in den Vorstand der Stahlsparte soll zudem Carsten Evers (55) einziehen, der dann das Amt des als Finanzvorstands übernimmt. Diese Funktion hatte Premal Desai zuletzt in Personalunion wahrgenommen. Evers ist aktuell Finanzvorstand des Geschäftsbereichs Automotive Technology der Thyssenkrupp AG.

Premal Desai war seit 2006 in verschiedenen Funktionen im Thyssenkrupp-Konzern aktiv. Seit 2015 war er Finanzvorstand, seit 2019 Sprecher des Vorstands der Thyssenkrupp Steel Europe. Sein Weggang erfolgt offenbar Berichten zufolge in den Gesprächen mit den Arbeitnehmern über die künftige Stahlstrategie. Dabei dürfte es auch um einen Stellenabbau von 2000 bis 2800 Stellen gehen. Die IG Metall pocht auf den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Unterschiedliche Auffassungen soll es zudem in der Höhe der benötigten Investitionen in die Stahlsparte geben. Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz hatte zuletzt von 800 Millionen Euro gesprochen, die Gewerkschaft sieht den Bedarf bei 1,5 Milliarden Euro zusätzlich zu den schon zugesagten Investitionen.


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Der Konzern Thyssenkrupp will rund 6000 seiner etwa 160.000 Jobs abbauen, darunter 2000 in der Stahlsparte. Der Schwerindustrie machen Billig-Importe aus Fernost, Preisdruck und gestiegene Rohstoffkosten zu schaffen. Thyssenkrupp-Chefin Merz will die Sparten des Ruhrkonzerns eigenständiger aufstellen.

rtr/dpa/akn

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