Donnerstag, 5. Dezember 2019

Großdemo gegen Fusion und Flucht ins Steuerparadies Thyssen-Stahlkocher stoppen Produktion

Überblick über alle Beteiligten: Wer will was im Streit um ThyssenKrupp-Stahl
DPA

2. Teil: Die Flucht ins Steuerparadies Niederlande

Die Verlagerung des neuen Unternehmenssitzes nach der Fusion ins Steuerparadies Niederlande stößt zunehmend auf Kritik.Thyssenkrupp und Tata würden sich in eine illustre Gesellschaft etwa mit Ikea oder Fiat Chrysler reihen. Auch sie wickeln ihre Geschäfte - zumindest auf dem Papier - in den Niederlanden ab.

Das Land an der Nordsee ist für ausländische Firmen und Superreiche eine beliebte Steueroase. Hier können sie ganz legal die Zahlung von hohen Steuern umgehen. Nach einer Studie der Hilfsorganisation Oxfam Novib sind die Niederlande nach den Bermudas das zweitgrößte Steuerparadies.

Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten zur Stahlfusion

Viele multinationale Firmen haben hier einen Firmensitz, meist ist das nur eine Briefkastenfirma. Rund 13.000 davon soll es allein in Amsterdam geben. Über Treuhänder oder Briefkastenfirmen werden nach Angaben der Niederländischen Zentralbank jährlich rund 4000 Milliarden Euro durch die Niederlande geschleust.

Sehr lukrativ ist es etwa, dass Einkünfte aus Lizenzvergaben oder Tantiemen in den Niederlanden nur gering besteuert werden. Das nutzten etwa die US-Kaffeekette Starbucks, aber auch die Rockbands U2 und Rolling Stones.

Außerdem schließen die Finanzbehörden gerne mit Firmen maßgeschneiderte Deals ab, um ihnen die Niederlassung in den Niederlanden schmackhaft zu machen. Ganz legal, versichert das Finanzministerium. Doch der Widerstand in der EU und im eigenen Land wird immer stärker.

rei mit dpa

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