Mittwoch, 16. Oktober 2019

Nächster Dämpfer für Industriekonzern Auch S&P stuft Thyssenkrupp ab

Thyssenkrupp hat von einer weiteren Ratingagentur einen Dämpfer erhalten. Standard & Poor's stufte die Kreditwürdigkeit des Konzerns am Montag leicht auf "BB-" von "BB" herunter.

Die Agentur begründete dies mit dem schwächenden Stahlgeschäft und der rückläufigen Nachfrage von wichtigen Kunden aus der Automobilindustrie. Standard & Poor's gehe davon aus, dass der negative Cashflow im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) bei 1,1 Milliarden Euro liegen werde und auch 2019/20 noch im hohen dreistelligen Millionenbereich.

Erst in der vergangenen Woche hatte Moody's Thyssenkrupp heruntergestuft. Schlechte Bonitätsnoten können dazu führen, dass die Refinanzierung für die Firmen teurer wird. Thyssenkrupp drücken Schulden von über fünf Milliarden Euro.

Zwar konnte die Aktie von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen am Montag wieder einigen Boden gut machen. Doch droht dem Industrie-Traditionsunternehmen aus dem Ruhrgebiet im September der Abstieg aus dem Dax. Der Kurssprung nach dem erneuten Strategieschwenk war schnell verpufft. Zwischenzeitlich war das Papier auf den tiefsten Stand seit 2003 gefallen und kostete Mitte vergangener Woche kaum mehr als 9 Euro, am Montag waren es 9,8 Euro.

Die Performance-Daten der Aktie lesen sich wie ein Schreckensszenario: Alleine in diesem Jahr beträgt der Verlust deutlich mehr als 30 Prozent, seit Kerkhoffs Amtsantritt sind es rund 55 Prozent und seit dem Rekordhoch von 46,92 Euro im Herbst 2007 sank der Kurs um 80 Prozent. Unter den aktuell im Dax gelisteten Werten hat in diesem Zeitraum nur die Deutsche Bank mehr verloren.

Nach dem in den vergangenen Wochen forcierten Absturz war Thyssenkrupp an der Börse Mitte vergangener Woche kaum mehr sechs Milliarden Euro wert. Experten gehen daher davon aus, dass der Traditionskonzern seinen Platz im deutschen Leitindex Dax zugunsten von MTU oder Deutsche Wohnen räumen muss. Für Thyssenkrupp wäre das eine Zäsur am Kapitalmarkt - schließlich war mit Thyssen ein Teil des 1999 fusionierten Unternehmens seit dem ersten Tag des deutschen Leitindex im Jahr 1988 dabei.

rei/dpa

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