Mischkonzern Diehl will nicht verkaufen "Finanzinvestoren kreisen wie die Geier über uns"

Finanzinvestoren sind scharf auf den fränkischen Mischkonzern Diehl - und würden ihn am liebsten zerschlagen, sagt Thomas Diehl. Der Vorstandschef erteilt aber jeder Verkaufsspekulation eine klare Absage.
"Es wäre ein Festmahl für sie, uns zu zerschlagen": Thomas Diehl

"Es wäre ein Festmahl für sie, uns zu zerschlagen": Thomas Diehl

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Thomas Diehl, Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied des Nürnberger Mischkonzerns Diehl, wehrt sich gegen eine Übernahme des Familienunternehmens. "Finanzinvestoren kreisen wie die Geier über uns", sagt Diehl in einem Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 5. Oktober). "Es wäre ein Festmahl für sie, uns zu zerschlagen", so Diehl, "aber ich stelle immer wieder klar, dass wir nicht verkaufsbereit sind." Das Unternehmen stellt auch Waffen wie Lenkflugkörper her.

Diehl verfehlt seit fünf Jahren das selbstgesteckte Ziel einer operativen Umsatzrendite von 10 Prozent. 2015 lag die Marge bei nur 5,8 Prozent bei einem Umsatz von gut 3 Milliarden Euro. Der Firmenchef ist jedoch nicht bereit, einzelne Sparten zu verselbständigen und damit die Effizienz zu steigern. Diehl: "Wir könnten auf diese Weise sicherlich mehr Geld verdienen." Trotzdem will er die Gruppe als Ganzes erhalten. "Wenn wir weniger profitable Teile weghacken würden, blieben zwangsläufig Beschäftigte auf der Strecke", befürchtet Diehl. "Das wäre nicht im Sinne unserer Familie."

Die fränkische Sippe optimiert derzeit die Prozesse und die Organisation. Zudem sehen sich die acht Gesellschafter nach neuen, gewinnträchtigen Geschäftsfeldern um. Zum Beispiel haben sie sich am Software-Start-up Rockethome mit 30 Prozent beteiligt.

Besonders wichtig ist für Diehl der noch relativ junge Bereich Luftfahrt, der unter anderem Flugzeugkabinen ausstattet. "Wenn der richtig anspringt, werden wir uns in Richtung einer höheren Umsatzrendite bewegen", glaubt Diehl. "10 Prozent liegen im Bereich des Machbaren."

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