Hedgefonds sieht sich getäuscht Investor spricht von "Lügen" und verklagt Theranos

Elizabeth Holmes, Gründerin des Bluttest-Start-up Theranos, weist den Vorwurf der Anlegertäuschung zurück

Elizabeth Holmes, Gründerin des Bluttest-Start-up Theranos, weist den Vorwurf der Anlegertäuschung zurück

Foto: © Mike Blake / Reuters/ REUTERS

Dem Bluttest-Start-up Theranos, einst milliardenschwerer Liebling unter Investoren im Silicon Valley, droht der nächste herbe Rückschlag. Nachdem das Unternehmen von Elizabeth Holmes das Kerngeschäft weitgehend einstellen musste, hat nun ein Hedgefonds Theranos verklagt, berichtet die "Financial Times"  (kostenpflichtig).

Der in San Francisco ansässige Investor Partner Fund Management (PFM) wirft der kalifornischen Firma und seiner Gründerin vor, sie hätten durch Unterlassungen, Desinformation und "eine Reihe von Lügen" die unmittelbar bevorstehende Markteinführung einer neuen Technologie vorgetäuscht. PFM soll laut "FT" mindestens 100 Million Dollar in das Start-up investiert haben.

Theranos wies die Anschuldigungen zurück. Die meisten in der Klage zitierten Ankündigungen seien erst nach dem Einstieg des Investors gemacht worden und deshalb könne er gar nicht getäuscht worden sein. Theranos hatte seinerzeit versprochen, Bluttests durch deutlich kleinere Proben revolutionieren zu können. Vor einem Jahr kamen jedoch durch eine Serie von Berichten im "Wall Street Journal" erhebliche Zweifel an der Technologie auf. Inzwischen ermitteln die US-Behörden. Sie haben Holmes wegen Regelverstößen für einen Zeitraum von zwei Jahren untersagt, eigene Labore zu betreiben.

Vergangene Woche musste Theranos gleich mehrere Bluttest-Labore schließen. 340 Mitarbeiter verlieren ihren Job - gut 40 Prozent der Belegschaft.

Holmes setzt nun auf alle Energie in ein neues, kleines Bluttestgerät, das Theranos erst im Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Die Zulassung für die sogenannten Mini-Labs steht noch aus. Laut Holmes könnte es Krankenhäuser unabhängiger von großen Laboren machen und schnell einzelne Tests umsetzen. Experten, die die Präsentation im August verfolgt hatten, zeigten sich laut "Wall Street Journal" allerdings skeptisch. Die Technologie sei nicht neu und teils sogar besser in konkurrierenden Geräten verbaut.

mit dpa