Dienstag, 25. Februar 2020

Krise in Stahlbranche Tata Steel streicht 3000 Jobs in Europa

Tata Steel betreibt auch Werke in Großbritannien
Ben Stansall/ AFP
Tata Steel betreibt auch Werke in Großbritannien

Die geplante Zusammenlegung des europäischen Stahlgeschäfts mit Thyssenkrupp hatte die EU-Kommission dem Wettbewerber Tata Steel im Sommer verboten - und Thyssenkrupp gegen die Entscheidung Klage eingereicht. Jetzt kündigt der indische Stahlkonzern an, in Europa bis zu 3000 Stellen zu streichen.

Damit reagiere Tata Steel auf die schwache Nachfrage in Europa und die globalen Überkapazitäten in Verbindung mit Handelskonflikten, wie der Konzern in der Nacht zu Dienstag mitteilte. Deshalb werde der europäische Markt gegenwärtig von überschüssigem Stahl überschwemmt. Im Geschäftshalbjahr zu Ende September hat Tata in Europa einen herben Gewinnbruch wegstecken müssen.

Zwei Drittel der Jobs sollen in der Verwaltung wegfallen

Tata Steel betreibt Fabriken sowohl in den Niederlanden wie auch Großbritannien, wo der Brexit eine zusätzliche Belastung darstellt. Rund zwei Drittel der vom Abbau betroffenen Stellen sollen in der Verwaltung wegfallen. Darüber hinaus will Tata laut Europa-Chef Henrik Adam unter andern die Kosten im Einkauf senken und die Produktion profitabler machen. Adam bezeichnet die Herausforderungen für das Europageschäft von Tata als "beispiellos".

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres zwischen April und September sank der operative Gewinn (Ebitda) von Tata Steel Europe im Jahresvergleich um 90 Prozent auf 31 Millionen britische Pfund (36,3 Millionen Euro). Mit den bekannt gegebenen Maßnahmen will Tata einen positiven Bargeldzufluss bis Ende März 2021 erreichen. Weiterhin wird eine operative Marge von rund 10 Prozent im Europageschäft angestrebt. Auf Basis der Umsatzzahlen des vergangenen Geschäftsjahres entspräche dies einem Ebitda von rund 750 Millionen Pfund.

Gewinne der Stahlkonzerne brechen ein

Auch die Konkurrenz spürt Preisdruck und Absatzschwäche. Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen steht ebenfalls vor einem Konzernumbau und plant in diesem Zug 6000 Stellen zu streichen. Daneben will der deutsche Traditionskonzern seine Aufzugssparte an die Börse bringen oder verkaufen. Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal Börsen-Chart zeigen meldete zum Ende des dritten Quartals einen Einbruch des operativen Gewinns im globalen Geschäft um 61 Prozent auf etwas mehr als eine Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahr.

rei/dpa

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