Bollywood auf Vorstandsebene Rückendeckung für geschassten Tata-Vorstand

Ratan Tata: Herr über Tata - und seit kurzem auch wieder operativ aktiv

Ratan Tata: Herr über Tata - und seit kurzem auch wieder operativ aktiv

Foto: REUTERS
Fotostrecke

Autoriesen wollen mit Billigautos wachsen: Welche Konzerne auf günstige Schwellenland-Mobile setzen

Foto: Friso Gentsch/ picture-alliance/ dpa

Es war ein Paukenschlag - Cyrus Mistry war im vergangenen Monat als Tata-Sons-Vorstand abberufen worden. Dessen Position übernahm Ratan Tata. Dabei war Mistry erst 2012 angetreten, als erster familienfremder Manager den Konzern in die Zukunft zu lenken.

Mistry indes schwieg nicht, sondern wehrte sich gegen seine Abberufung. Und warf dem Unternehmen vor, in einigen Geschäftsbereichen Abschreibungen in Höhe von umgerechnet rund 16 Milliarden Euro zu verschleiern, die noch aus den Zeiten vor seinem Amtsantritt stammten. Nun erhält Mistry auch noch Rückendeckung aus dem Vorstand.

Die "Financial Times"  beruft sich auf eine Einlassung aus dem Hause Tata Motors. Demzufolge hätten die unabhängigen Direktoren erklärt, das Management des Unternehmens und seiner Töchter habe das volle Vertrauen und Unterstützung der unabhängigen Direktoren. Der Vorstand umfasst sechs unabhängige Direktoren, dazu kommen fünf weitere, zu denen eben auch Mistry zählt. Der Name Mistry wurde in der Einlassung nicht erwähnt.

"So wie ich das verstehe, hat der Vorstand die Geschäfte anständig geführt, das 'board' unterstützt ihn und deshalb gibt es keinen Grund, etwas gegen ihn zu unternehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ratan Tata damit glücklich ist", sagt Robin Zhu, Analyst bei Bernstein Research.

Angeblich will Tata Sons nun versuchen, sich von jenen Direktoren zu trennen, die Mistry das Vertrauen ausgesprochen haben, berichtet die "FT".

Ausgerechnet an dem Tag, als die Geschichte bekannt wurde, brachen die Aktien von Tata Motors deutlich ein. Das schwächelnde Geschäft der Luxussparte Jaguar Land Rover hat die Aktien des größten indischen Automobilherstellers verloren am Dienstag rund 7,5 Prozent. Zwar fuhr der Tata-Motors-Konzern im abgelaufenen Quartal wieder aus der Verlustzone. Der Gewinn lag mit rund 125 Millionen Dollar aber deutlich unter den Erwartungen.

Doch Analysten rechnen angesichts neuer Modelle wie dem Jaguar F-Pace mit steigenden Verkaufszahlen in den kommenden Monaten.

got/reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.