Sonntag, 15. Dezember 2019

Paris holt mächtig auf Das sind die Start-up-Zentren in Europa

Start-ups erhalten so viel Geld wie noch nie: Paris holt mächtig auf

Beim Wettlauf junger Unternehmen um Geldgeber könnte Paris dem deutschen Start-up-Zentrum Berlin demnächst den Rang ablaufen. Während im vergangenen Jahr Investitionen in Paris um 39 Prozent zulegten, erhielten Berliner Start-ups 12 Prozent weniger Geld von Investoren. Das geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft EY hervor, die das Unternehmen am Dienstag vorstellte.

Den Spitzenplatz in Europa hält aber weiterhin unangefochten London: Trotz der Unsicherheiten rund um den Brexit sammelten Start-ups in der britischen Hauptstadt 2018 fünf Milliarden Euro ein, drei Prozent mehr als im Vorjahr. In Berlin flossen 2,6 Milliarden Euro, in Paris insgesamt 2,5 Milliarden Euro. 2017 war der Abstand beim Kapital zwischen der deutschen Hauptstadt und Paris mit 1,2 Milliarden Euro noch deutlich größer gewesen. Bei der Zahl der Deals hat Paris mit 366 bereits Berlin mit 244 überholt.

Der Gesamtwert der Start-up-Finanzierungen stieg den EY-Beratern zufolge in Europa im vorigen Jahr um 11 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Damit erhielten die junge Unternehmen in Europa im vergangenen Jahr so viel Geld für ihre Entwicklung wie noch nie. Investitionen in die Gründerszene seien dabei relativ unabhängig von konjunkturellen Schwankungen, hieß es in der Studie. So hätten Investitionen in Unternehmen, die nicht älter als zehn Jahre sind, trotz eingetrübter Konjunkturaussichten im zweiten Halbjahr noch einmal zugelegt.


Lesen Sie hier:
Berliner Blender: Die gefährliche Fake-Kultur in der Start-up-Szene Die Fehde des TV-Löwen mit dem Start-up Von Floerke: Startinvestor Frank Thelen im Zwielicht


Ins Auge steche vor allem die dynamische Entwicklung in Frankreich, sagte EY-Partner Peter Lennartz. Die französische Regierung verfolge das Ziel, Start-up-Nation Nummer eins in Europa zu werden. Dafür gebe es günstige Kredite vom Staat, massive Steuererleichterungen sowie unkomplizierte Erteilungen von Aufenthaltsgenehmigungen. In Paris wurde zudem der Start-up-Campus "Station F" angesiedelt.

Die größte Finanzierung des Jahres erhielt allerdings das britische Unternehmen FarFetch. Der Luxus-Onlinehändler sammelte demnach bei seinem Börsengang im September 583 Millionen Euro ein. Auf Platz zwei und drei folgten mit der Gebrauchtwagen-Plattform Auto1 (460 Millionen) und dem Bekleidungs-Start-up About You (264 Millionen) zwei deutsche Start-ups.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung