Chaos beim Generika-Hersteller Claudio Albrecht wird neuer Stada-Chef - auf Zeit

Beim jüngst von Finanzinvestoren übernommenen Arzneimittelhersteller Stada bahnt sich der vierte Wechsel an der Spitze innerhalb eines Jahres an. Ex-Ratiopharm-Chef-Albrecht wird Stada-Chef Willink vorzeitig ablösen, teilen die neuen Eigentümer mit.
Komödien-Stada: Vierter Wechsel an der Spitze binnen 12 Monaten

Komödien-Stada: Vierter Wechsel an der Spitze binnen 12 Monaten

Foto: REUTERS
Ex-Ratiopharm-Chef Albrecht übernimmt die Stada-Führung

Ex-Ratiopharm-Chef Albrecht übernimmt die Stada-Führung

Foto: DPA

Der Arzneimittelhersteller Stada tauscht nach der Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven erneut seine Führungsspitze aus. Der frühere Chef des Generikaherstellers Ratiopharm, Claudio Albrecht, soll den Vorstandsvorsitz von Stada übernehmen. Albrecht löst Übergangschef Engelbert Willink damit vorzeitig ab.

Neuer Finanzchef wird Mark Keatley, der Stada-Finanzchef Bernhard Düttmann ersetzen soll, teilten Bain und Cinven am Freitag mit. Wie aus Unternehmenskreisen zu hören war, soll der Führungswechsel zu Beginn des vierten Quartals vollzogen werden.

Albrecht führte bis 2005 Ratiopharm. Er gilt als erfahrener Sanierer und hat unter anderem den isländischen Generikahersteller Actavis auf Vordermann gebracht, bevor dieser 2012 an den US-Konzern Watson verkauft wurde. Auch Keatley arbeitete damals als Finanzchef bei Actavis. Zuletzt waren beide beim Beratungsunternehmen Albrecht, Prock & Partners tätig. Sie haben Bain und Cinven während des gesamten Übernahmeprozesses von Stada beraten.

Auch Albrecht soll nur eine Übergangszeit an der Spitze bleiben

Albrecht und Keatley sollen vom Aufsichtsrat in ihr Amt berufen werden, sobald die neuen Aufsichtsrats-Mitglieder gerichtlich bestellt wurden. Albrecht wird aber nur für eine Übergangszeit an der Spitze von Stada  bleiben. Sobald ein neuer Vorstandsvorsitzender gefunden ist, soll er in eine "nicht-geschäftsführende Funktion im Stada-Konzern wechseln", wie Bain und Cinven erklärten.

Lesen Sie auch: Paul Singer bittet neue Stada-Eigner zur Kasse

Willink und Düttmann waren erst im Juli interimistisch an die Stada-Spitze berufen worden, um Ex-Konzernchef Matthias Wiedenfels und den früheren Finanzchef Helmut Kraft abzulösen. Sie haben zwar Verträge bis Jahresende. Die neuen Mehrheitsaktionäre wünschten sich aber Klarheit für Stada, hieß es aus den Kreisen. Willink und Düttmann hatten jüngst bereits betont, den hessischen Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) und Markenprodukten wie Grippostad und Ladvial nicht dauerhaft führen zu wollen.

Mit dem neuen Eigner steht auch im Stada-Aufsichtsrat ein Umbruch bevor. Der Vorsitzende Carl Ferdinand Oetker tritt mit vier weiteren Mitgliedern zum 25. September ab. Bereits im vergangenen Sommer war der langjährige Stada-Chef Hartmut Retzlaff von aktivistischen Investoren aus dem Amt gedrängt und durch Wiedenfels ersetzt worden. Stada wollte sich zu dem erneuten Führungswechsel nicht äußern.

rei/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.