Montag, 23. September 2019

SpaceX, Tesla, Hyperloop Die Welt des Elon Musk

7. Teil: Hyperloop: Warum die Superröhre in Musks Welt passt

AP/ Tesla Motors
Doch wie passt das neueste Projekt, der Hyperloop, in die Welt des Elon Musk?

Zumal der Star-Unternehmer diesmal angekündigt hat, sich nicht selbst an Bau und Betrieb der mit rund 1200 Stundenkilometern durch Stahlröhren flitzenden Passagierkapseln beteiligen zu wollen. Er selbst habe als Doppel-CEO von Tesla und SpaceX schon heute genug zu tun.

Allerdings hat Musk - von dem sein Cousin und SolarCity-Chef Lyndon Rive einst sagte, ein normaler Workaholic sei nüchtern im Vergleich zu ihm - sich schon häufiger der Mäßigung verschrieben. Zuletzt Anfang dieses Jahres im manager magazin, wo er verkündete, statt 100 nur noch 80 bis 85 Stunden in der Woche arbeiten zu wollen.

Doch in der Praxis lief es dann auch schon bei früheren Versuchen, kürzer zu treten, anders als geplant. So wollte Musk beispielsweise schon nach der Markteinführung des Roadsters von Tesla im Jahr 2008 den CEO-Posten des Unternehmens räumen - und ließ sich schließlich vom damaligen Großinvestor Daimler zum Weitermachen bewegen.

Verlockende Berechnungen

Auch die Berechnungen, die Musk nun bezüglich seines Hyperloops präsentiert hat, entsprechen durchaus jenen Koordinaten, mit denen er auch bei seinen bisherigen Unternehmungen ganze Branchen aufgemischt hat. So rechnet Musk vor, dass sein Hyperloop-System nur ein Zehntel des derzeitigen, knapp 70 Milliarden Dollar teuren Hochgeschwindigkeitsnetzes in Kalifornien kosten würde, und dass die Passagierkapseln nur ein Fünftel der 2 Stunden und 38 Minuten bräuchten, die Schnellzüge für die Strecke von Los Angeles nach San Francisco benötigten.

Nicht zuletzt die Tatsache, dass Ingenieursteams von SpaceX und Tesla maßgeblich an der Entwicklung des Hyperloop-Konzepts mitgearbeitet haben, spricht eher für ein mittel- bis langfristiges Engagement des Milliardärs - aller Beteuerungen zum Trotz.

Welches Unternehmen den Strom für das neue System in Elon Musks Welt liefern könnte, dürfte wohl auch bereits feststehen: SolarCity. Und welches Unternehmen die Mobilität für Anschlussfahrten bereitstellt, ist in der Welt des Elon Musk ebenfalls klar: Tesla.

Und schließlich gibt es ja auch noch die hunderttausenden Twitter-Follower des Visionärs. Einer von ihnen bekannte schon vor der Veröffentlichung der eigentlichen Pläne: "Gott, alles was ich will ist, einer der Ersten zu sein, der mit dem Hyperloop fährt." Iron Man, Nicola Tesla, Gott. Elon Musk dürfte dieser Tweet gefallen. Und bisher hat er seine Anhänger fast nie enttäuscht.

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