Montag, 11. November 2019

SpaceX, Tesla, Hyperloop Die Welt des Elon Musk

4. Teil: SpaceX: Elon Musk will zum Mars

Die Tinte auf dem Verkaufvertrag mit Ebay Börsen-Chart zeigen war noch nicht trocken, da stürzte sich der Serienunternehmer - gerade 31 Jahre alt - schon in das nächste Abenteuer. Mit seiner neuen Firma Space Exploration Technologies, kurz SpaceX, setzte er es sich in den Kopf, Raumfahrt für jedermann anzubieten - und eines Tages Mars-Flüge zu ermöglichen.

Innerhalb von vier Jahren steckte er einen Großteil seines Geldes in diesen Traum aus Kindertagen. Bis Februar 2006 hatte er bereits 100 Millionen Dollar in die selbst entwickelte Flüssigtreibstoffrakete Falcon 1 gesteckt - und zunächst vor allem Fehlschläge geerntet. Das Unternehmen stand vor dem Bankrott - und schaffte im September 2008 schließlich doch den Durchbruch. Mit der Falcon 1 erreichten Musk und sein Team als erstes vollständig privat finanziertes Raumfahrtunternehmen den Orbit - bei einem Drittel der Kosten herkömmlicher Raketenstarts.

Drei Monate später unterschrieb Musk einen Vertrag zwischen SpaceX und der Nasa über 1,6 Milliarden US-Dollar für zwölf Versorgungstransporte zur Internationalen Raumstation. 2012 dockte SpaceX als erste Privatfirma im Auftrag der Nasa an die Internationale Raumstation ISS an.

Und der nächste Technologiesprung ist schon geplant. Im Internet kursiert seit Mitte Juni ein Video, das eine Rakete zeigt, deren Name "Grasshopper" längst eine Untertreibung ist. Umhüllt von einer Wolke aus Feuer, Rauch und Staub steigt die Rakete darin langsam in die Höhe - um gut 300 Meter über dem Erdboden den Rückwärtsgang einzulegen und an eben jenem Ort zu landen, an dem sie zuvor gestartet war. Sollte die Entwicklung erfolgreich sein, wäre SpaceX in der Lage, eine wieder verwertbare Rakete zu bauen, die im Grunde nur wieder vollgetankt werden muss um innerhalb weniger Stunden erneut einsatzbereit zu sein.

Auch Hollywood lässt sich inspirieren

Dass der Kopf hinter solchen Projekten auch das Interesse Hollywoods weckt, ist da wenig verwunderlich. Zumal Musk nicht nur mit der britischen Schauspielschönheit Talulah Riley verheiratet war, sondern zu seinen wildesten Zeiten wahlweise mit seinem McLaren F1 - Höchstgeschwindigkeit 391,23 Kilometer pro Stunde - oder seinem tschechischen Kampfjet des Typs Aero L-39 die eigenen Grenzen testete.

In der Comicverfilmung "Iron Man 2" - der 2009 unter anderem in den SpaceX-Fabriken gedreht wurde - trifft Musk in einer Gastrolle auf den fiktiven Wissenschaftler, Unternehmer und Superhelden Howard Stark, gespielt von Robert Downey Junior. Musk spielt sich selbst und erzählt seinem Kontrahenten Stark von den Plänen für einen Elektrojet.

Eine Idee, von der der 42-Jährige auch in der Realität überzeugt ist. "Alle Transportmittel werden künftig elektrisch betrieben werden, ironischerweise mit Ausnahme der Rakete", sagte er Anfang des Jahres in einem Interview. Um dann nachzuschieben: Das dritte Newton'sche Gesetz könne man eben nicht so einfach außer Kraft setzen.

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung