Mittwoch, 22. Mai 2019

Sonderdividende gefordert Hedgefonds drängt EADS zu Dassault-Ausstieg

Rafale: Dassault baut das französische Kampfflugzeug

EADS gerät unter Druck: Der Großaktionär TCI drängt den Rüstungsgiganten zum Verkauf seiner 46-prozentigen Beteiligung am französischen Dassault-Konzern. Von dem Erlös solle die Airbus-Mutter Aktien zurückkaufen - oder gleich eine Sonderdividende ausschütten.

London - Der britische Hedgefonds TCI drängt die Airbus-Mutter EADS nach einem Zeitungsbericht zum Verkauf ihrer 46-prozentigen Beteiligung am französischen Konkurrenten Dassault. Wie die "Financial Times" schreibt, hat der Fonds EADS-Konzernchef Tom Enders in einem Brief aufgefordert, die rund 4 Milliarden Euro schweren Anteile umgehend abzugeben.

Mit der Beteiligung an dem Konkurrenten, der unter anderem den Kampfjet Rafale baut, werde das EADS-Kapital nicht gut genutzt. Mit dem Geld solle der Konzern Aktien zurückkaufen oder an seine Anteilseigner eine Sonderdividende ausschütten. TCI (The Children's Investment Fund) hält nach eigenen Angaben deutlich mehr als 1 Prozent der EADS-Anteile.

EADS Börsen-Chart zeigen selbst habe den Brief nicht kommentieren wollen, schreibt die "FT". Aus dem Umfeld sei aber zu hören, dass es an strategischen Synergien mit Dassault mangele, heißt es in der Zeitung, der das Schreiben vorlag. Allerdings macht auch die neue Aktionärsstruktur einen Dassault-Verkauf laut "FT" schwierig: Denn obwohl Paris nur noch 12 Prozent an EADS hält, habe die Regierung ein Mitspracherecht bei schwerwiegenden Entscheidungen des Konzerns über seine Dassault-Beteiligung. Paris habe außerdem ein Vorkaufsrecht. Ein Regierungssprecher sagte laut "FT", man habe von dem Brief noch keine Kenntnis.

Enders hatte erst vergangene Woche angekündigt, den Konzern kräftig umzubauen und künftig nach der Flugzeug-Tochter Airbus zu benennen.

ts/dpa

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