Dienstag, 2. Juni 2020

Verschuldeter Tech-Investor braucht Geld Softbank will Anteile an T-Mobile US an Telekom verkaufen

T-Mobile US: Die Fusion mit Sprint ist vollzogen. Nun will der hoch verschuldete Softbank-Konzern T-Mobile-Anteile an die Telekom verkaufen

Der Technologieinvestor Softbank verhandelt einem Medienbericht zufolge über den Verkauf eines "bedeutsamen" Anteils am US-Mobilfunker T-Mobile US an den Mutterkonzern Deutsche Telekom. Durch den Deal könne der Anteil des Bonner Dax-Konzerns auf mehr als 50 Prozent steigen, meldete das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf Insider. Zuvor hatte das manager magazin bereits berichtet, dass mancher in Bonn darauf hofft, Anteile an T-Mobile US günstig von Softbank zu kaufen.

Softbanks Einhornochse: Wie Masayoshi Son die größte Techwette der Welt verlor

Braucht frisches Geld: Softbank-Chef Masayoshi Son
Alessandro Di Ciommo/NurPhoto via Getty Images
Braucht frisches Geld: Softbank-Chef Masayoshi Son

Um welchen Anteil Softbank Börsen-Chart zeigen die Beteiligung von derzeit 24 Prozent reduzieren würde, wurde nicht genannt. Softbank wie auch Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Softbank-Chef Masayoshi Son war mit milliardenschweren Investitionen in Tech-Start-ups zum größten Start-up-Investor der Welt aufgestiegen, hatte sich zuletzt aber teure Flops geleistet und ist wegen hoher Schulden gezwungen, Anteile zu versilbern. Mit einem möglichen Deal würde die Telekom ihren Anteil von derzeit knapp 44 Prozent auf mehr als 50 Prozent erhöhen. Deren Aktien legten am Montag im frühen Handel um 1,5 Prozent zu.

Ein Anteilsverkauf von Softbank dürfte der Deutschen Telekom entgegen kommen: T-Mobile-US hat sich in den vergangenen Jahren als Gewinnbringer des Konzerns erwiesen. Der Konzern strebt nach der Fusion mit Sprint nun die Marktführerschaft in den USA an.

Fusion von Sprint und T-Mobile: Wie T-Mobile die Nummer eins in den USA werden will

Erst im April war die milliardenschwere Fusion von T-Mobile US und der Softbank-Tochter Sprint genehmigt worden. Nach einem Aktientausch und der Abgabe von Aktien durch Softbank liegt die Beteiligung der Deutschen Telekom an der neuen T-Mobile bei rund 43 Prozent, der Stimmrechtsanteil hingegen bei 67 Prozent.

Softbank-Aktien legten in Tokio zu. Das Unternehmen sitzt nach fehlgeschlagenen Investitionen wie zum Beispiel in den Bürovermittler WeWork auf einem hohen Schuldenberg und hat bereits angekündigt, diesen auch über Anteilsverkäufe abbauen zu wollen.

la/reuters

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