Wegen Siemens Energy Siemens muss Milliarden abschreiben

Die Probleme bei der spanischen Windkrafttochter Siemens Gamesa schlagen über Siemens Energy bis zum Mutterkonzern Siemens durch. Der muss eine Milliardenabschreibung vornehmen. Rote Zahlen drohen.
Kursverluste: Der schwindende Marktwert von Siemens Energy zwingt Siemens zu einer Milliardenabschreibung

Kursverluste: Der schwindende Marktwert von Siemens Energy zwingt Siemens zu einer Milliardenabschreibung

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Nach dem Kursverfall von Siemens Energy muss der Münchener Siemens-Konzern Milliarden auf seine Beteiligung an dem Energietechnikunternehmen abschreiben. Mit einem Schlusskurs von 13,99 Euro am Donnerstag liege der Marktwert des 35-prozentigen Anteils deutlich unter dem Buchwert, teilte Siemens mit. Dies führe zu einer außerordentlichen Abschreibung, die das Ergebnis im gerade abgelaufenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 mit rund 2,8 Milliarden Euro belasten werde.

Damit könnte Siemens in diesem Zeitraum in die roten Zahlen rutschen und gezwungen sein, seine Jahresprognose zu stutzen. Die Quartalszahlen und "deren Auswirkungen auf den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr" werde Siemens am 11. August veröffentlichen, hieß es in der nach Börsenschluss herausgegebenen Pflichtmitteilung. Daten von Refinitiv zufolge erwarteten Analysten bisher einen Nettogewinn von 1,5 Milliarden Euro im dritten Quartal. Ein Siemens-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Siemens Energy kämpft seit Längerem mit Problemen bei der spanischen Windkrafttochter Siemens Gamesa. Im Mai dampfte der Konzern seine Prognose ein und kündigte die vollständige Übernahme von Siemens Gamesa an, um dort besser durchgreifen zu können. Dennoch hat Siemens Energy seit Anfang des Jahres knapp 40 Prozent seines Börsenwertes verloren. Die Sanierung der spanischen Tochter werde Jahre dauern, hatte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch gewarnt.

Im zweiten Quartal hatte Siemens einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden Euro verbucht, ein Rückgang um 49 Prozent, weil dem Konzern unter anderem die Sanktionen in Russland zusetzten. Für das Gesamtjahr sagte Siemens bisher eine Steigerung des Gewinns je Aktie auf 8,70 bis 9,10 Euro voraus.

cr/Reuters
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