Montag, 9. Dezember 2019

Börsengang der Medizintechnik Siemens-Chef holt Eon-Finanzchef Michael Sen zurück

Michael Sen soll noch Eons Jahresabschluss für 2016 vollenden und im Frühjahr 2017 zu Siemens zurückkehren

Siemens-Chef Joe Kaeser will Eon-Finanzvorstand Michael Sen zu Siemens zurückholen. Der Münchener Industriekonzern habe Sen das Angebot unterbreitet, in den Siemens-Vorstand zu wechseln und dort die Nachfolge von Siegfried Russwurm als Zuständiger für die Medizintechniksparte zu übernehmen, schreibt das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab 18. November im Handel ist. Siemens hatte vergangene Woche angekündigt, die Medizintechnik an die Börse zu bringen.

Siemens und Eon müssten sich noch darüber einigen, wann der Wechsel stattfinden wird, hieß es in Unternehmenskreisen des Energiekonzerns. Sen solle noch Eons Jahresabschluss für 2016 vollenden und könnte somit im Frühjahr 2017 zu Siemens zurückkehren. Der studierte Betriebswirt, lange einer der engsten Mitarbeiter von Joe Kaeser, war erst im Juni 2015 nach fast 20 Jahren bei Siemens in den Eon-Vorstand gegangen.

Grund für Sens Abschied von Siemens war damals, dass Kaeser dem Manager den Aufstieg an die Spitze der Medizintechniksparte versagt hatte. Sen hatte deren Finanzen ab 2008 geleitet und war maßgeblich an der erfolgreichen Neuausrichtung der Sparte beteiligt. Als Sparten-CEO und Siemens-Vorstand Hermann Requardt Anfang 2015 überraschend in den Ruhestand ging, zog Kaeser den bisherigen Chef für die Bildgebenden Systeme, Bernd Montag, dem Finanzer Sen vor. Montag ist zuletzt wegen strategischer Schwächen und eines angeblich autokratischen Führungsstils in die Kritik geraten.

Siemens werde die Personalie nach derzeitiger Planung in der nächsten Aufsichtsratssitzung am 30. November beschließen, so das manager magazin. Im September hatte der Konzern mitgeteilt, dass Russwurm, in Personalunion Siemens-Technikchef, seinen am 31. März 2017 auslaufenden Vorstandsvertrag nicht verlängert.

Eine Siemens-Sprecherin lehnte einen Kommentar ab.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Dezember-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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