Donnerstag, 22. August 2019

Erste Milliardenübernahme seit Börsengang Siemens Healthineers übernimmt Medizinroboter-Hersteller in USA

Gefäß-Operationsroboter von Corindus: Siemens Healthineers stärkt sich mit Milliardenübernahme in den USA

Die Siemens-Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers Börsen-Chart zeigen steht vor ihrer ersten großen Übernahme seit dem Börsengang vor eineinhalb Jahren. Siemens Healthineers bietet 1,1 Milliarden Dollar in bar für das US-Unternehmen Corindus Vascular Robotics, das als eines der ersten robotergestützte Systeme für minimalinvasive Gefäß-Operationen entwickelt hat. Damit ließen sich Operationen präziser, schneller und effektiver durchführen, sagte Healthineers-Chef Bernd Montag in Erlangen. Mit den Robotern von Corindus können Ärzte Katheter oder Stents quasi ferngesteuert über einen Monitor einsetzen, der ihnen das Bild des kranken Gefäßes anzeigt.

Corindus wird in das kleinste Geschäftsfeld von Siemens Healthineers, Advanced Therapies, eingegliedert. Darunter hat der fränkische Medizintechnik-Konzern Roboter und andere Geräte gebündelt, die Ärzten bei Operationen und Behandlungen unter die Arme greifen.

Konzernmutter Siemens finanziert die Übernahme durch Kredit

Siemens Healthineers setzt damit 1,5 Milliarden Euro um, mit einer operativen Umsatzrendite von fast 20 Prozent ist das Geschäft aber hochprofitabel. Die Siemens-Tochter zahlt mit 4,28 Dollar je Aktie einen Aufschlag von 77 Prozent auf den Schlusskurs des Corindus-Papiers vom Mittwoch (2,42 Dollar). Das in der Nähe von Boston im US-Bundesstaat Massachusetts ansässige Unternehmen hat rund 100 Mitarbeiter. Finanziert werden soll die Übernahme durch einen befristeten Kredit des Mutterkonzerns Siemens Börsen-Chart zeigen .

Corindus soll nach den Vorstellungen von Siemens Healthineers spätestens in vier Jahren schwarze Zahlen schreiben. Finanzvorstand Jochen Schmitz sagte am Donnerstag vor Analysten, er erwarte 2023 ein positives Ergebnis je Aktie (EPS) von dem Zukauf. Ein Konkurrenzangebot des niederländischen Medizintechnik-Rivalen Philips erwartet Schmitz nach eigenen Angaben nicht. Philips ist mit 12,8 Prozent der Aktien nach Refinitiv-Daten der zweitgrößte Anteilseigner von Corindus.

la/reuters/dpa

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