Healthineers und Gamesa mit Zahlen So schlagen sich Siemens' Töchter

Die beiden Töchter Siemens Healthineers und Siemens Gamesa haben Geschäftszahlen vorgelegt. Während der Gewinn beim Medizintechnikkonzern stagniert, ist der spanisch-deutsche Windturbinenhersteller in die Gewinnzone zurückgekehrt.
Alles in Bewegung: Ein Mitarbeiter transportiert einen Computertomografen vom Medizintechnikonzern Siemens Healthineers

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Hohe Anlaufkosten für das neue Labordiagnostiksystem Atellica haben beim Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers  im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 das Ergebnis belastet. Der Umsatz stieg zwar zwischen Oktober und Dezember auf vergleichbarer Basis um 2,5 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis trat aber mit 545 (Vorjahr: 547) Millionen Euro auf der Stelle.

Die Geschäftsentwicklung habe "Licht und Schatten" gezeigt, sagte Vorstandschef Bernd Montag am Dienstag. Nach Steuern verdiente Siemens Healthineers dank niedrigerer Zinsen sowie einer geringeren Steuerquote mit 345 Millionen Euro 11 Prozent. Aktionäre reagierten verschnupft auf die Zahlen: Die Aktie gab mehr als 6 Prozent nach.-

Healthineers-Konkurrent Philips schneidet besser ab

Siemens Healthineers setzt große Hoffnungen in Atellica, das die lange Zeit schwächelnde Labordiagnostik wieder nach vorne bringen soll. Bei der Profitabilität hinkt der Bereich noch deutlich hinter dem Geschäft mit bildgebenden Systemen hinterher.

Den Ausblick für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr bekräftigte das Unternehmen. Erwartet wird ein Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent. Überdurchschnittlich soll der Gewinn je Aktie zulegen: Um 20 bis 30 Prozent verglichen mit den 1,26 Euro, die 2017/18 erzielt wurden.


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Der unmittelbare Healthineers-Konkurrent Philips lieferte indes bessere Zahlen ab und übertraf mit seinen Zahlen für das vierte Quartal (Oktober bis Dezember) die Erwartungen der Märkte. Das operative Ergebnis (Ebita) stieg um 10 Prozent auf 971 Millionen Euro, der Umsatz kletterte auf vergleichbarer Basis um 5 Prozent auf 5,6 Milliarden.

Siemens Gamesa macht wieder Gewinne und sieht sich im Plan

Gute Nachrichten gab es von der anderen Siemens-Tochter: Der spanisch-deutsche Windturbinen-Hersteller Siemens Gamesa ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im ersten Quartal 2018/19 (Oktober bis Dezember) stand ein Nettogewinn von 18 Millionen Euro zu Buche, teilte die Tochter am Dienstag im baskischen Zamudio mit. Ein Jahr zuvor wies Gamesa einen Verlust von 35 Millionen Euro aus.

Das um Restrukturierungskosten bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 4 Prozent auf 138 Millionen Euro. Die operative Umsatzrendite lag mit 6,1 (Vorjahr: 6,3) Prozent aber noch unter der Zielmarke von 7,0 bis 8,5 Prozent für das Gesamtjahr. Grund dafür seien die niedrigen Preise für Windräder an Land (onshore), die den im vergangenen Jahr hereingenommenen Aufträgen zugrunde lägen.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal dank der florierenden Verkäufe von Windrädern auf hoher See (offshore) um 6 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal soll auch das Onshore-Geschäft wieder wachsen. Der Auftragseingang ging im Quartal um 13 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zurück, weil das Offshore-Geschäft vorübergehend schwächelte.

Bis 2025 rechnet Siemens Gamesa aber mit einem weltweiten Marktwachstum von 20 Prozent pro Jahr in diesem Geschäft. Das Umsatzziel von rund 10,5 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 sei bereits zu 92 Prozent mit Aufträgen unterlegt.

rei/dpa-afx, rtr
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