Donnerstag, 19. September 2019

Aktie der Siemens-Tochter stürzt Preisverfall belastet Siemens Gamesa schwer

Die Reihen lichten sich: Die größten Windradbauer der Welt
DPA

Trotz eines starken Umsatzwachstums im dritten Geschäftsquartal wird der Windanlagenbauer Siemens Gamesa für die Gewinnentwicklung vorsichtiger. So macht die spanische Siemens-Tochter Abstriche an ihren Prognosen und will angesichts bröckelnder Gewinne die Preise erhöhen. An der Börse in Madrid kamen die Nachrichten nicht gut an:

Die Aktie von Siemens Gamesa Börsen-Chart zeigen baute ihre Verluste am Nachmittag auf bis zu 15 Prozent aus. In der Folge gaben die Aktien des dänischen Wettbewerbers Vestas Börsen-Chart zeigen um 5 Prozent und die Aktien von Nordex Börsen-Chart zeigen um mehr als 6 Prozent ein.

Zwar hielt Siemens Gamesa grundsätzlich an der Prognose für das am 30. September endende Geschäftsjahr 2018/19 fest. Allerdings geht das Unternehmen davon aus, bei der avisierten bereinigten operativen Marge von 7,0 bis 8,5 Prozent das untere Ende der Spanne zu erreichen. Nach neun Monaten liegt dieser Wert bei 6,5 Prozent.


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Auch beim Umsatz schränkte Siemens Gamesa die Prognose ein - der Konzern erwartet zwischen 10 und 11 Milliarden Euro, sieht die Erlöse 2018/19 jedoch "in der ersten Hälfte" der Bandbreite. Für das vierte Quartal kündigte Tacke dabei eine "starke Entwicklung" an.

Siemens Gamesa hat Probleme bei der Durchführung von Projekten in Nordeuropa und Indien, räumte Konzernchef Markus Tacke am Dienstag bei der Präsentation der Quartalszahlen ein. Dies führe zu höheren Kosten. Ebenfalls belastend wirkten der anhaltend hohe Konkurrenzdruck, niedrige Preise sowie die steigende Volatilität sowie Unsicherheit in den Schwellenländern.

Im dritten Quartal

  • legten die Umsätze um knapp ein Viertel auf 2,6 Milliarden Euro zu, vor allem dank der Abarbeitung von Aufträgen für See-Windanlagen
  • halbierte sich der Nettogewinn auf 21 Millionen Euro
  • legte das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) lediglich um knapp 2 Prozent auf 159 Millionen Euro
  • sank die entsprechende Gewinnmarge sogar um 1,3 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent.

Wegfallende Subventionen setzen die Preise unter Druck

Siemens Gamesa spürt die politischen Rahmenbedingungen: Die Preise sind unter Druck, seit die Politik in vielen Ländern die Branche nicht mehr subventioniert, sondern bei Ausschreibungen den günstigsten Bieter auswählt. Um sich gegen die wachsenden Risiken für die Weltwirtschaft zu wappnen, habe Siemens Gamesa im dritten Quartal begonnen, die Preise zu erhöhen.

Ein Brexit ohne Vertrag würde die Umsatzrendite von Siemens Gamesa Börsen-Chart zeigen im kommenden Geschäftsjahr 2019/20 beträchtlich belasten, warnte Vorstandschef Tacke vor Analysten. Bisher rechnet er mit einer Marge von acht bis zehn Prozent.

Die von den USA verhängten Strafzölle wirkten sich schon jetzt mit 15 Millionen Euro auf den operative Ergebnis aus, nachdem ein immer größerer Teil der Aufträge aus den USA komme, sagte Finanzvorstand David Mesonero.

rei/dpa/Reuters

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