Donnerstag, 19. September 2019

Fahrerlose U-Bahn Siemens erhält Milliardenauftrag aus Saudi-Arabien

Zugmontage bei Siemens: 1,5 Milliarden Euro-Auftrag in Riad

In Deutschland kämpft Siemens mit Lieferproblemen für seine ICEs. Das hält die Saudi-Arabien jedoch nicht davon ab, einen weiteren milliardenschweren Auftrag an die Münchener zu vergeben. in der Hauptstadt Riad soll Siemens eine fahrerlose U-Bahn bauen.

München - Saudi-Arabien beschert Siemens erneut einen Großauftrag. Die Münchner sollen in der Hauptstadt Riad eine fahrerlose U-Bahn für 1,5 Milliarden Euro bauen, teilte der Konzern mit. Siemens liefere zwei von sechs geplanten Linien samt Signaltechnik und 74 Zügen für die Metropole. Mit im Konsortium seien die US-Firma Bechtel und die örtlichen Bauunternehmen Almabani und Consolidated Contractors Company. Die Metro soll 2018 ihren Betrieb aufnehmen.

Bereits im Sommer waren die Partner als Lieferanten ausgewählt worden. Nun seien die Verträge unter Dach und Fach gebracht worden, erklärte ein Konzernsprecher. An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Siemens-Aktien verteuerten sich um 1 Prozent auf 89,72 Euro.

Saudi-Arabien entwickelt sich für Siemens Börsen-Chart zeigen zu einem immer wichtigeren Markt. Zuletzt lieferte der Konzern vor allem Energietechnik in das Königreich und brach so die Dominanz der amerikanischen GE, die dort lange der Stammlieferant von Großtechnik war.

21.000 Menschen pro Stunde

Der U-Bahnauftrag sei die bisher größte Bahntechnikorder aus der Region für Siemens. "Mit sechs Linien und 175 Kilometern Streckenlänge plant Riad das größte Metro-Projekt der Welt. Die Investition in die Infrastruktur der Stadt soll die Nahverkehrsprobleme lindern", hieß es. In den Stoßzeiten soll alle 90 Sekunden eine Bahn kommen und so 21.000 Menschen pro Stunde befördern.

Die Züge vom Typ Inspiro bekommen eine extra große Klimaanlage, um die Hitze der arabischen Halbinsel für die Fahrgäste erträglich zu machen. In Deutschland hatte Siemens zuletzt mit Zulassungsproblemen für seine neue ICE-Flotte zu kämpfen. Die Züge für die Deutsche Bahn kommen mehr als ein Jahr später als geplant.

mahi/rtr

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