Russland bremst weiterhin Nord-Stream-1-Turbine konnte nicht verschifft werden

Moskaus Turbinen-Spiel geht weiter: Wegen angeblich fehlender Dokumente hat eine Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 das Schiff von Deutschland nach Helsinki verpasst. Die Turbine von Siemens Energy soll nun in den nächsten Tagen verschifft werden.
Gaspipeline Nord Stream 1 (Archiv): Nur ein Bruchteil des russischen Gases erreicht Europa

Gaspipeline Nord Stream 1 (Archiv): Nur ein Bruchteil des russischen Gases erreicht Europa

Foto: John Macdougall / AFP

Der Energiekonzern Siemens Energy hat einem Medienbericht zufolge dem russischen Staatskonzern Gazprom kanadische Dokumente übergeben, die die Reparatur und den Transport einer Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 ermöglichen. Die russische Zeitung "Kommersant" hatte am Sonntagabend ohne Quellenangaben berichtet, dass die Turbine, die auf dem Weg von Kanada nach Russland sei, wegen fehlender Unterlagen am Samstag eine Fähre von Deutschland nach Helsinki verpasst habe. Die Turbine könne in den nächsten Tagen transportiert werden, wenn Siemens Energy und Gazprom die notwendigen Papiere austauschten.

Der Einbau der Turbine werde möglicherweise aber nicht zu einer Erhöhung der Gaslieferungen über Nord Stream 1 führen, da noch etliche Teile in der Kompressor-Station Portowaja repariert werden müssten, so die russische Zeitung. Siemens Energy lehnte einen Kommentar dazu ab. Bei Gazprom war keine Stellungnahme zu erhalten.

Moskau begründet reduzierten Gasfluss durch Nord-Stream-1 mit fehlender Turbine

Die Turbine war zu einer routinemäßigen Wartung in Kanada. Das Land hatte sich mit Blick auf die internationalen Sanktionen gegen Russland zunächst gegen eine Rückgabe gesperrt. Auf Druck der Bundesregierung wurde die Turbine aber nach Deutschland gebracht, um von dort nach Russland transportiert zu werden.

Die Regierung in Moskau hatte die reduzierten Gasflüsse über die Nord-Stream-1-Pipeline mit dem Fehlen der Turbine begründet. Die Bundesregierung hielt dies für ein vorgeschobenes Argument, setzte sich aber dennoch für eine Lieferung der Turbine ein, um Russland keinen Vorwand zu liefern.

Gazprom, deren Tochter Nord Stream AG die Turbine gehört, nannte zuletzt fehlende Unterlagen als Grund für die Verzögerung des Transports.

rei/Reuters
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