Vor dem Börsengang Siemens Energy startet bei S&P schlechter als Siemens

Die Rating-Experten von S&P haben für die Energy-Sparte von Siemens ihr Votum abgegeben. Konzernchef Joe Kaeser zeigt sich zufrieden. In wenigen Tagen sollen die Aktionäre dann über die Abspaltung abstimmen.
Siemens-Chef Joe Kaeser ist mit dem jetzt von S&P vergebenen Rating für Siemens Energy zufrieden.

Siemens-Chef Joe Kaeser ist mit dem jetzt von S&P vergebenen Rating für Siemens Energy zufrieden.

Foto: Hannibal Hanschke/ REUTERS

Die vor der Abspaltung stehende Energietechniksparte von Siemens wird von S&P vier Bonitäts-Noten schlechter eingestuft als die bisherige Muttergesellschaft. Die weltgrößte Ratingagentur gab Siemens Energy die Note "BBB" und versah das langfristige Emittentenrating mit einem stabilen Ausblick, wie der Konzern am Freitag mitteilte.

Damit sei das Ziel eines soliden Investmentgrade-Ratings erreicht, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser, der auch Aufsichtsratschef der Siemens Energy AG wird. Das Unternehmen geht schuldenfrei und mit 2,1 Milliarden Euro Mitgift in die Selbstständigkeit. Die Siemens AG wird von S&P Global mit "A+" eingestuft, der fünftbesten Note auf der 23-stufigen Skala.

Mit "BBB" liegt das neue Unternehmen mit 91.000 Mitarbeitern und 29 Milliarden Euro Umsatz auf der S&P-Skala eine Notenstufe über der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa ("BBB-"), unterhalb dieser Marke beginnen die spekulativen "Ramsch"-Stufen. Siemens Energy soll am 28. September von der AG abgespalten und separat an der Börse gelistet werden. Die Siemens AG hält dann nur noch 35 Prozent der Anteile, knapp zehn Prozent liegen beim Siemens-Pensionsfonds. Alle übrigen Aktien werden den Siemens-Aktionären ins Depot gebucht.

Doch will sich Siemens nach dem Börsengang von Siemens Energy Ende September rasch aus dem renditeschwachen Kraftwerks- und Energietechnik-Geschäft weiter zurückziehen. Der Mutterkonzern werde seine Beteiligung binnen 12 bis 18 Monaten nach dem IPO "weiter deutlich reduzieren" heißt es in dem Ende Mai veröffentlichten Spaltungsbericht. Der mehr als 280 Seiten umfassende "Scheidungsvertrag" ist die Grundlage für die Aktionäre, um auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 9. Juli über die Aufspaltung abstimmen zu können.

rei/Reuters/dpa