Sonntag, 31. Mai 2020

Trotz Kurssprungs Sorgen bei den Aktionären Siemens und die Angst vor dem Dinosaurier

Industrieriese in Zahlen: Wo Siemens im Vergleich zu GE und ABB steht
REUTERS

2. Teil: Trennung von der Medizinsparte? Warum eigentlich?

Mehrere Redner warnten vor einer Trennung von der Medizintechniksparte, die im ersten Quartal geradezu brillierte und von Siemens gerade verselbständigt wird. Die hochprofitable, bei Großgeräten exzellent positionierte Sparte profitierte von einer wieder anziehenden Nachfrage aus China und scheint weniger verzichtbar denn je.

"Ohne die Gesundheitssparte würde Siemens eine stabile Gewinnbasis verlieren", sagte Marcus Poppe, Fondsmanager der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset Management. Auch ein Vertreter des neuen Mitarbeiteraktionärsvereins "Wir für Siemens", hinter dem im wesentlichen die Siemens-Arbeitnehmerseite steht, forderte: "Healthcare muss im Unternehmen bleiben."

Siemens: Kaesers Umbauten beeindrucken die Börse bislang wenig
manager magazin
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Widerstand also aus dem Aktionariat - und von der Arbeitnehmerseite: So will nun auch Kaeser offenbar vorerst an der Medizintechnisparte festhalten. "Von verzichten hat niemand etwas gesagt", sagte er am Morgen bei der Pressekonferenz. "Wir haben nur gesagt: Wir stellen Healthcare auf selbständige Beine, um stärker auf den Marktzugang zu fokussieren, der anders ist als im sonstigen Geschäft."

Was Kaeser früher auch sagte, aber jetzt nicht mehr wiederholen mochte: Sollte die Sparte groß zukaufen müssen, um sich zu behaupten, könne sie eine Akquisition durch Aufnahme von Eigenmitteln am Kapitalmarkt finanzieren.

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