Verkehrstechnik Italiener wollen Siemens-Tochter Yunex kaufen

Siemens könnte seine profitable Straßenverkehrstochter Yunex mit Gewinn losschlagen. Die vom Benetton-Clan beherrschte Infrastruktur-Holding Atlantia soll eine Milliarde Euro geboten und beste Chancen auf den Zuschlag haben.
Die Infrastruktur-Holding Atlantia dürfte nach Berichten bei der Siemens-Tochter Yunex Traffic zum Zuge kommen

Die Infrastruktur-Holding Atlantia dürfte nach Berichten bei der Siemens-Tochter Yunex Traffic zum Zuge kommen

Foto: Alessandro Bianchi / REUTERS

Die italienische Infrastruktur-Holding Atlantia buhlt um die Siemens-Tochter Yunex Traffic. Die von der Unternehmerfamilie Benetton beherrschte Atlantia bestätigte am Mittwochabend, ein verbindliches Gebot für das Straßenverkehrsunternehmen abgegeben zu haben. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen, die Italiener seien einer der aussichtsreichsten Bieter . Das Interesse von Finanzinvestoren wie KKR und Bridgepoint habe sich dagegen abgekühlt, sodass ein Unternehmen aus der Branche zum Zuge kommen könnte. Siemens könne einem der Insider zufolge mit fast einer Milliarde Euro für Yunex rechnen.

Das wäre deutlich mehr als sich der Technologiekonzern für die Tochter erhofft hatte. Reuters-Informationen zufolge lagen die Erwartungen bei rund 700 Millionen Euro. Siemens will sich von Yunex trennen, weil dessen Produkte von Ampeln über Verkehrsbeeinflussungssysteme bis zu Mautsystemen nicht recht zum Kerngeschäft der Zugsparte Mobility passen. Der Umsatz von Yunex lag zuletzt bei mehr als 600 Millionen Euro, die Firma ist profitabel.

Yunex soll gut zu Atlantia passen, Siemens will sich trennen

Das Unternehmen passe in die neue Strategie von Atlantia, hieß es in der Mitteilung. Die Holding war nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua in die Schlagzeilen geraten, die zum Straßennetz der Atlantia-Tochter Autostrade per l'Italia (ASPI) gehörte. Nach jahrelangen Tauziehen mit der Regierung hatte Atlantia den Mautstraßenbetreiber für gut neun Milliarden Euro an ein Investorenkonsortium verkauft. Danach hatte Atlantia erklärt, sich künftig nicht nur an Autobahnen, Flughäfen und Mautsystemen zu beteiligen, sondern sich auch in verwandten Geschäftsfeldern wie intelligenten Verkehrslösungen betätigen zu wollen.

Siemens wolle über den Zuschlag innerhalb weniger Wochen entscheiden, hieß es in dem Bloomberg-Bericht. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Finale Gebote für Yunex waren kurz vor Weihnachten fällig.

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