Freitag, 19. Juli 2019

Neue Einschnitte Siemens baut 2700 Jobs ab - und neue in Deutschland auf

Job-Kahlschlag in der Unternehmens-IT: Siemens-Chef Jo Kaeser schreckt vor weiteren Einschnitten nicht zurück

Siemens-Chef Kaeser treibt den Wandel mit weiteren Stellenstreichungen voran. 2700 Jobs sind bedroht, davon 1350 in der Unternehmens-IT. Doch an anderen Stellen baut der Konzern auch Stellen wieder auf.

Der Elektrokonzern Siemens treibt seine Neuausrichtung mit einem weiteren Arbeitsplatzabbau voran. Deutschlandweit sollen in den kommenden Jahren insgesamt rund 2700 Jobs gestrichen, ver- oder ausgelagert werden, teilte der Konzern mit.

Besonders betroffen sind die interne Unternehmens-IT, wo es alleine um 1350 Jobs geht, sowie die digitale Fabrik und die Zugsparte, aber auch die Ausbildung des Konzerns.

Faktisch gestrichen würden 1700 Stellen, 1000 weitere sollen zu externen Dienstleistern abwandern oder innerhalb des Konzerns verlagert werden, präzisierte der Konzern. Bei dem Umbau, der verschiedene Standorte betrifft, wolle man möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Die Pläne seien den Vertretern der Arbeitnehmer vorgestellt worden, mit ihnen seien bald Gespräche über die Umsetzung geplant.

Zuletzt hatte der Konzern, der weltweit 351.000 und in Deutschland rund 113.000 Mitarbeiter beschäftigt, 1700 Stellen in der Sparte Automatisierungs- und Antriebstechnik gestrichen.

Siemens baut zugleich weiter Personal in Deutschland auf

Tatsächlich aber baut Siemens parallel in Deutschland auch neue Jobs auf. Allein im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016/2017 seien weltweit rund 17.500 Personen, davon mehr als 2500 in Deutschland, neu beschäftigt worden. Jedes Jahr will Siemens allein in Deutschland aber auch rund 3000 neue Mitarbeiter einstellen.

Mit den jüngsten Einschnitten reagiere das Unternehmen auf Probleme in einzelnen Geschäftsbereichen wie der Zugsparte. In anderen Sparten solle die Fertigung optimiert werden. Auch die Ausbildung, die bisher auf 33 Standorte verteilt ist, ist betroffen. Da die Maßnahmen für mehrere Sparten vorgesehen sind, verteilen sie sich auf zahlreiche Standorte. In der zur digitalen Fabrik gehörenden Sparte in Fürth sind rund 450 Jobs betroffen und in der Zugsparte in Krefeld weitere rund 300.

Siemens hatte erst in der vergangenen Woche gute Quartalszahlen vorgelegt, die besser ausgefallen waren, als auch von vielen Analysten erwartet.

Konzernchef Kaeser treibt den Wandel des Unternehmens in Richtung Digitalisierung und Industrie 4.0 seit einiger Zeit entschieden voran und hatte immer wieder angekündigt, auch auf Probleme in einzelnen Geschäftseinheiten frühzeitig zu reagieren.

rei/dpa/Reuters

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