Standorte in Bayern betroffen Siemens streicht 1700 Jobs in Antriebssparte

Siemens streicht 1700 Jobs in Deutschland in der Sparte Prozesszindustrie und Antriebe. Der vom Betriebsrats scharf kritisierte Stellenkahlschlag fällt damit etwas geringer aus geplant.
Setzt sich mit seinen Stellenabbau-Plänen in Deutschland weitgehend durch: Siemens-Chef Joe Kaesser

Setzt sich mit seinen Stellenabbau-Plänen in Deutschland weitgehend durch: Siemens-Chef Joe Kaesser

Foto: STEFANIE LOOS/ REUTERS

Der Elektrokonzern Siemens hat sich auf die Streichung von insgesamt 1700 Arbeitsplätzen in seiner Sparte Prozessindustrie und Antriebe festgelegt. Nach wochenlangen Verhandlungen einigte sich das Unternehmen mit Arbeitnehmervertretern auf einen entsprechenden Interessenausgleich für die deutschen Standorte, sagte ein Siemens-Sprecher am Dienstag auf auf Nachfrage.

Der Abbau fällt damit nur etwas geringer aus als ursprünglich geplant: Zunächst war von rund 2000 Stellen in Deutschland die Rede gewesen, die gestrichen oder verlagert werden sollten.

Siemens hatte den Stellenabbau in diesen Sparten im März angekündigt und sich darauf hin scharfe Kritik vom Gesamtbetriebsrat eingehandelt. Statt ein seit langem gefordertes Zukunftskonzept zum Erhalt der Arbeitsplätze vorzulegen, jage bei dem Konzern ein Stellenabbau den nächsten. "Wir befürchten, dass die industrielle Basis aus Deutschland rausgehen soll", hatte die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Birgit Steinborn, erklärt.

Standorte in Bayern besonders betroffen

Am stärksten betroffen sind vier Standorte in Bayern: In Nürnberg geht es um 590 statt wie ursprünglich geplant um 730 Jobs und in Ruhstorf nahe Passau um 600 statt 710 Arbeitsplätze.

In Bad Neustadt/Saale sollen nun 330 Stellen gestrichen werden statt der zuvor geplanten 370 Stellen und an zwei Erlanger Standorten 130 Jobs statt 160 wie in den ersten Planungen vorgesehen. Der Abbau soll nach Siemens-Angaben bis spätestens Ende September 2020 umgesetzt sein.

rei/dpa
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