Nachfolger für van Beurden Shell beruft Wael Sawan zum neuen CEO

Der britische Ölkonzerns Shell hat für Ben van Beurden einen Nachfolger in den eigenen Reihen gefunden. Der derzeitige Leiter der Erneuerbare-Energien-Sparte soll den Job ab Januar 2023 übernehmen.
Alter Bekannter: Wael Sawan leitet derzeit bei Shell das Geschäft mit erneuerbaren Energien

Alter Bekannter: Wael Sawan leitet derzeit bei Shell das Geschäft mit erneuerbaren Energien

Foto: Miquel Gonzalez / Shell International Limited

Der langjährige Chef des britischen Ölkonzerns Shell, Ben van Beurden (64), zieht sich wie erwartet zurück. Er werde Ende 2022 zurücktreten, teilte der Konzern am Donnerstag in London mit. Nachfolger werde der Kanadier Wael Sawan, der seit Oktober vergangenen Jahres die Sparte erneuerbare Energien und Gas leitet.

Der Kanadier galt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters als einer der internen Kandidaten für die Nachfolge von van Beurden. Anfang September hatte Reuters berichtet, dass van Beurden, der den Konzern seit Anfang 2014 leitet, seinen Posten spätestens 2023 abgeben will. Sawan wird das Amt nun am 1. Januar 2023 offiziell übernehmen und van Beurden noch bis Ende Juni als Berater des Vorstands tätig sein. Danach wird er den Konzern verlassen.

Van Beurden kam 1983 zu Shell und rückte im Januar 2014 zum Vorsitzenden auf. In die Amtszeit des Niederländers fiel unter anderem 2016 die 53 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Rivalen BG Group, die sich heute angesichts der steigenden Erdgaspreise ausgezahlt hat. Zudem war Van Beurden der erste CEO, der seit dem Zweiten Weltkrieg die Dividende des Konzerns reduzierte. Hintergrund war der Gewinneinbruch während der Corona-Pandemie. Im vergangenen Jahr verlegte er dann wegen Streitigkeiten mit den Steuerbehörden und Gerichten den Konzernsitz nach Großbritannien, gab die komplexe Aktienstruktur auf und strich das "Royal Dutch" aus dem Namen.

Inzwischen geht es dem Unternehmen wieder glänzend, allein im zweiten Quartal wies Shell einen bereinigten Gewinn von 11,5 Milliarden Dollar aus. Das war mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Konzern profitiert vor allem von den durch den Ukraine-Krieg gestiegenen Ölpreisen. Van Beurden hatte den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien angestoßen und das Ziel ausgegeben, dass der Konzern bis 2050 klimaneutral sein soll. Angesichts der Milliarden, die Shell derzeit mit dem Öl verdient, eine durchaus schwierige Transformation.

Diese Aufgabe wird nun Sawan als neuer Mann an der Spitze des Öl-Riesen weiterführen.

rei/Reuters
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