Septemberbilanz Industrieproduktion in Deutschland überraschend gestiegen

Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im September stärker als erwartet ausgeweitet. Gegenüber dem Vormonat stieg die Gesamtherstellung um 0,6 Prozent. Die Pharmaindustrie legte sogar um mehr als zehn Prozent zu.
Kräftiges Plus in Auto- und Pharmabranche: Die Produktion im produzierenden Gewerbe stieg im September um 0,6 Prozent

Kräftiges Plus in Auto- und Pharmabranche: Die Produktion im produzierenden Gewerbe stieg im September um 0,6 Prozent

Foto: A3502 Horst Ossinger/ dpa

Die Industrieproduktion hat im September in Deutschland trotz der hohen Energiepreise zugenommen. Insgesamt stieg die Produktion im produzierenden Gewerbe um 0,6 Prozent verglichen mit August, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im August war sie im Vergleich zum Vormonat noch um 1,2 Prozent gesunken. Die reine Industrieproduktion – also produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe – legte um 0,7 Prozent zu.

In den einzelnen Branchen verzeichnete die Autoindustrie inklusive Zulieferer ein kräftiges Plus von 9,3 Prozent, wie das Bundeswirtschaftsministerium hinzufügte. Die Pharmaindustrie legte demnach sogar um mehr als zehn Prozent zu. Auch die energieintensiven Bereiche Papier und Pappe sowie Metallerzeugung verzeichneten leichte Zuwächse von jeweils rund einem Prozent.

Produktion in energieintensiven Branchen sinkt

Insgesamt sank die Produktion in den energieintensiven Branchen im September jedoch um 0,9 Prozent. Laut Wirtschaftsministerium gingen etwa die chemischen Erzeugnisse um 2,9 Prozent zurück. Im Jahresvergleich lag die industrielle Produktion 4,2 Prozent höher als vor einem Jahr. Die energieintensiven Branchen produzierten 9,7 Prozent weniger.

"Die Produktion ist nach wie vor durch die hohe Knappheit an Vorprodukten beeinträchtigt", erklärte das Statistische Bundesamt. Aufträge könnten wegen "gestörter Lieferketten infolge des Kriegs in der Ukraine und anhaltender Verwerfungen durch die Coronakrise" nicht abgearbeitet werden. Auch das Wirtschaftsministerium sieht kaum Anlass für Optimismus: "Die Stimmung in den Unternehmen ist weiterhin deutlich unterkühlt und die Nachfrage spürbar rückläufig."

mje/ dpa/ AFP
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