Schrumpfkurs geht weiter Thyssenkrupp verkauft Bergbau-Technologie nach Dänemark

Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz setzt den Umbau fort, viele Unternehmensteile stehen auf der Verkaufsliste. Für die Bergbautechnik haben die Essener jetzt einen Käufer gefunden.
Martina Merz: Die Thyssenkrupp-Chefin kommt beim Verkauf einzelner Unternehmensteile voran

Martina Merz: Die Thyssenkrupp-Chefin kommt beim Verkauf einzelner Unternehmensteile voran

Foto: Jonas Güttler / dpa

Der Industrie- und Stahlkonzern Thyssenkrupp kommt bei seiner Neuausrichtung voran. Die Essener verkaufen ihr Geschäft mit Maschinen und Anlagen für den Bergbau an das dänische Unternehmen FLSmidth, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit . Die Geschäftseinheit Mining Technologies, die unter anderem riesige Schaufelradbagger baut, hat aktuell rund 3400 Beschäftigte und setzt etwa 800 Millionen Euro im Jahr um. manager magazin hatte bereits Ende letzten Jahres über die Kaufabsicht der Dänen berichtet .

Der Unternehmenswert wird in der Mitteilung mit 325 Millionen Euro beziffert. Der Mittelzufluss für Thyssenkrupp dürfte in vergleichbarer Höhe liegen. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen. Den Vollzug der Transaktion erwartet Thyssenkrupp innerhalb der nächsten 12 Monate.

"Der erfolgreiche Verkauf des Mining-Geschäfts zeigt: Wir treiben den Umbau von Thyssenkrupp mit Hochdruck weiter voran und erzielen dabei Schritt für Schritt wichtige Ergebnisse. Noch sind wir allerdings nicht am Ziel", sagte Konzernchefin Martina Merz (58) laut Mitteilung.

Mit dem Verkauf treibt Merz den Umbau des Ruhrkonzerns voran. Sie hat diverse Bereiche zur Disposition gestellt und in die Sparte "Multi Tracks" ausgelagert. Sie sollen verkauft, saniert oder in Partnerschaften eingebracht werden. Die Sparte umfasst rund 18.700 Mitarbeiter und setzten insgesamt etwa 5,5 Milliarden Euro um.

Hierzu gehört auch die italienische Edelstahltochter AST. Hierfür und inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation sei Thyssenkrupp in Gesprächen mit mehreren Kaufinteressenten, teilte der Konzern weiter mit. Im Geschäftsfeld Tief- und Ingenieurbau befinde sich der Verkaufsprozess in einem fortgeschrittenen Stadium. Das Geschäft mit Grobblechen sowie der Bereich Carbon Components, der unter Carbonfelgen für Auto- und Motorradhersteller herstellt, werde dagegen geschlossen.

FLSmidth gehört laut Thyssenkrupp zu den weltweit führenden Anbietern von Technologien für die Bergbau- und Zementindustrie. Die Dänen hätten eine überzeugende Geschäftsstrategie. "Unsere Mitarbeitenden erhalten eine attraktive Perspektive. Das war uns bei den Verkaufsverhandlungen äußerst wichtig", sagte Merz.

rei/dpa-afx/Reuters