Gewinn mehr als verdoppelt 110 Milliarden Dollar Gewinn – Saudi Aramco profitiert von Ölpreis-Rallye

Saudi Aramco schwimmt nicht nur in Öl: Der Gewinn hat sich wegen der Ölpreis-Rallye im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Im laufenden Jahr will der Konzern bis zu 50 Milliarden Dollar in die Produktion investieren.
Ölförderung lohnt sich: Saudi Aramco zählt zu den fünf größten Ölkonzernen der Welt und profitiert wie die Wettbewerber von den rasant gestiegen Ölpreisen

Ölförderung lohnt sich: Saudi Aramco zählt zu den fünf größten Ölkonzernen der Welt und profitiert wie die Wettbewerber von den rasant gestiegen Ölpreisen

Foto: Maxim Shemetov / REUTERS

Der Ölkonzern Saudi Aramco hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr dank der kräftigen Erholung der Ölpreise mehr als verdoppelt. Der Überschuss stieg 2021 auf 110 Milliarden US-Dollar (99,5 Milliarden Euro) nach 49 Milliarden im Jahr zuvor, teilte der saudische Branchenriese am Sonntag mit. Ähnlich hoch waren die Erträge nur im Jahr 2018 mit 111 Milliarden Dollar.

Für das vergangene Jahr sollen insgesamt 75 Milliarden Dollar als Bardividende ausgeschüttet werden, was entgegen den Erwartungen von Analysten aber keine Erhöhung ist. Allerdings sollen die Anteilseigner Bonusaktien erhalten, ein neues Papier für je zehn gehaltene. Größter Profiteur der Dividende ist Saudi-Arabien selbst, das vor der Ausgabe der Bonuspapiere laut Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg rund 94 Prozent der Anteile hält.

Wie die Konkurrenz – etwa BP, ExxonMobil, Chevron und Shell – profitierte auch Aramco von der globalen Wirtschaftserholung im vergangenen Jahr, die die Nachfrage nach Öl und damit auch den Preis antrieb. In den letzten Wochen waren die Ölpreise wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine und damit verbundener Sanktionen gegen das wichtige Förderland Russland noch weiter nach oben geschnellt. Ein Fass der Nordseesorte Brent war in der Spitze zu gut 139 Dollar gehandelt worden und damit so teuer wie zuletzt im Jahr 2008 gewesen.

Mehr Geld für die Produktion, Förderung soll steigen

In diesem Marktumfeld will Saudi Aramco nun mehr Geld in die Produktion stecken. Insgesamt kalkuliert das Management für 2022 mit Kapitalausgaben in Höhe von rund 40 bis 50 Milliarden Dollar, nachdem diese schon 2021 um rund ein Fünftel auf knapp 32 Milliarden Dollar gestiegen waren. Bis Mitte des Jahrzehnts sollen die Ausgaben weiter steigen. Bis 2027 soll auch die Produktionskapazität für Rohöl von 12 auf 13 Millionen Barrel pro Tag (159 Liter) steigen.

Die Aktien des saudischen Konzerns stiegen am Sonntag an der Börse in Riad um rund 3 Prozent auf 43,10 Saudi-Riyal. Zuletzt hatte ihnen der Ölpreisanstieg wegen des Krieges in der Ukraine frischen Rückenwind beschert. Allein seit Mitte Februar haben sie bislang rund 15 Prozent hinzugewonnen. In der Spitze war es dabei sogar bis auf 46 Riyal nach oben gegangen.

rei/DPA