Dienstag, 22. Oktober 2019

Nach Angriff auf Raffinerie in Saudi-Arabien Sind Drohnen auch eine Gefahr für Deutschland?

Predator-Drohne der US Air Force

Die Attacke auf bedeutende Förderstätten und Raffinerien in Saudi-Arabien versetzt die Welt in Aufruhr. Der Ölpreis steigt, der Konflikt zwischen den USA und Iran droht zu eskalieren und Ökonomen warnen vor möglichen konjunkturellen Folgen. Ein Anschlag wie der in Saudi-Arabien scheint in Deutschland unvorstellbar. Doch welche Gefahr geht hierzulande tatsächlich von Drohnen aus? Wie ist die Infrastruktur geschützt? Und wie rüsten sich Unternehmen gegen die neue Bedrohung. manager-magazin.de hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Wäre ein Szenario wie das in Saudi-Arabien auch hierzulande denkbar?

Bislang hat es keinen derartigen Angriff gegeben. Hierzulande sind es bislang vor allem kleinere, ferngesteuerte Drohnen, die etwa für Industriespionagezwecke genutzt werden oder alleine mit ihrer Präsenz in Flughafennähe wiederholt für Unterbrechungen im deutschen Flugverkehr sorgten. Im vergangenen Jahr gab es alleine 158 Fälle, in denen der Flugverkehr durch Drohnen behindert wurde. Allerdings sind im Internet mittlerweile auch größere, ziemlich genau steuerbare Drohnen verfügbar, die beispielsweise mit Kameras oder Sprengstoff beladen, weitere Strecken zurücklegen können.

Wie viele Drohnen gibt es überhaupt in Deutschland?

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland aktuell fast eine halbe Million Drohnen - davon werden laut einer Studie des Bundesverbands der Deutschen Luftsverkehrswirtschaft (BDL) gerade einmal rund 19.000 für gewerbliche Zwecke eingesetzt. Deren Anzahl dürfte sich laut Schätzungen des Verbandes allerdings bis 2030 auf 126.000 erhöhen, weshalb aktuell auch an einem Erkennungssytem für registrierte/gewerbliche Drohnen gearbeitet wird.

Wie gut überwacht ist der deutsche Luftraum?

Die für den Luftverkehr in Deutschland zuständige Deutsche Flugsicherung (DFS) überwacht nur einen Teil des deutschen Flugraumes, und diesen von einigen Ausnahmen abgesehen auch nur ab einer bestimmten Flughöhe. Mit der von der DFS angewandten Technologie lassen sich kleinere Drohnen, die nicht mit einem Transponder ausgestattet sind, nach den Worten einer DFS-Sprecherin, gar nicht erfassen. Große Drohnen über sogenannten Primärradar als Ziel teilweise schon. Um was genau es sich handele, "ob eine Drohne oder ein Segelflugzeug", lasse sich so allerdings nicht feststellen.

Allerdings arbeitet die DFS im Auftrag des Bundesverkehrsministerium aktuell an einer sogenannten Roadmap zum Schutz der Flughäfen vor Drohnen, die dem Ministerium noch im September vorgelegt werden soll.

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