Freitag, 13. Dezember 2019

San Francisco beschließt Verkaufsverbot von E-Zigaretten Schlacht um die Geldmaschine der Zukunft

Juul-Raucherin: Gerade unter Jugendlichen steigt die Zahl der Nutzer der hippen E-Zigaretten rasant
Bloomberg via Getty Images
Juul-Raucherin: Gerade unter Jugendlichen steigt die Zahl der Nutzer der hippen E-Zigaretten rasant

3. Teil: Der erste Staat klagt bereits gegen Juul

Kritikern ist dies angesichts der grassierenden E-Zigaretten-Epidemie unter Jugendlichen jedoch nicht genug: So reichte der US-Staat North Carolina als erster US-Staat überhaupt in der vergangenen Woche Klage gegen Juul ein und warf dem Unternehmen vor, zwar vorzugeben, sich mit seinen Produkten an Erwachsene zu richten, tatsächlich aber mit seiner Geschäftsstrategie klar auf Minderjährige zu zielen.

Juul-Pods und -E-Zigaretten in einem Verkaufsständer

Neben strengen Werbeauflagen - unter anderem auch in den sozialen Medien - fordert der Generalstaatsanwalt von Juul seiner Ansicht nach unrechtmäßig erzielte Gewinne zurück.

Wie auch immer das Verfahren ausgeht, für Juul und seine E-Zigaretten- oder Tabakerhitzer-Konkurrenz steht in San Francisco viel auf dem Spiel. Neben Beverly Hills, das den Verkauf von E-Zigaretten bereits bis auf wenige Ausnahmen verboten hat, wäre die Westküstenmetropole die erste größere Stadt, die E-Zigaretten und Co. verbietet.

Ähnlich wie bei der Zuckersteuer könnte auch dies Schule machen. Und andere Städte und Gegenden in den USA oder womöglich auch international nachziehen. Ein Ziel, das Vertreter der Stadt San Francisco explizit verfolgen.

Wenig überraschend ist daher, dass die Zigarettenindustrie, die mit sich mit rückläufigem Konsum klassischer Zigaretten konfrontiert sieht und ihre Hoffnung auf E-Zigaretten und Tabakverdampfer setzt, genau dies verhindern will.

So warnte Juul, die mit einer nikotinärmeren Juul-Variante mittlerweile auch in Deutschland an den Start gegangen sind und mit Sonderangeboten für ihre Starterkits massiv in den Markt drängen, bereits, dass ein Verbot von E-Zigaretten Nutzer wieder zurück zu gesundheitsschädlicheren Zigaretten treiben würde.

Zudem steckte das Unternehmen Presseberichten zufolge bereits 500.000 Dollar in eine Initiative, die ein Verbot in San Francisco verhindern oder rückgängig machen will. Ein fast lächerliches Investment angesichts dessen, was für die Konzerne auf dem Spiel steht.

Dabei wird es sicher nicht bleiben. Die Lobby und PR-Schlacht ist eröffnet.

mit dpa

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