Mittwoch, 24. April 2019

Regierungsdekret gegen Rubelschwäche Gazprom und Rosneft müssen Devisen verkaufen - bis zu eine Milliarde Dollar täglich

Devisen-Dekret: Ministerpräsident Medwedew und Gazprom-Chef Alexei Miller (v.l., im Juni)

Ministerpräsident Medwedew hat ein Dekret erlassen, um den Rubel zu stützen: Die Staatskonzerne Gazprom und Rosneft müssen einem Bericht zufolge täglich bis zu eine Milliarde Dollar auf den Markt werfen - die Landeswährung reagiert bereits.

Moskau - Zur Stützung des Rubels greift die russische Regierung einer Zeitung zufolge auf die Devisenreserven der Staatskonzerne zurück. Ministerpräsident Dmitri Medwedew habe per Dekret die Unternehmen angewiesen, einen Teil ihrer ausländischen Geldreserven zu verkaufen, berichtete "Kommersant" unter Berufung auf Insider.

In den kommenden zwei Monaten könnten die Unternehmen auf diese Weise insgesamt etwa eine Milliarde Dollar pro Tag in den Markt pumpen. Betroffen seien unter anderem die Energie-Konzerne Gazprom Börsen-Chart zeigen und Rosneft Börsen-Chart zeigen.

Die Zentralbank kündigte in einer Erklärung Gespräche mit Exportunternehmen über eine Stabilisierung des Devisenmarkts an. Regelmäßige Verkäufe ausländischer Währungen über das Jahr hinweg seien auch im Interesse der Konzerne, hieß es. Regierungsvertreter waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Nach dem Zeitungsbericht kostete ein Dollar rund 53 Rubel und damit so wenig wie seit Anfang Dezember nicht. Die russische Landeswährung steht wegen der westlichen Sanktionen und des vergleichsweise niedrigem Ölpreises massiv unter Druck und hatte zeitweilig 80 Rubel zum Dollar erreicht.

ts/rtr

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