Millionendeal von Rheinmetall Bundesregierung stoppt Rüstungsgeschäft mit Moskau

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall muss auf ein 100 Millionen Euro schweres Geschäft in Russland verzichten. Laut einem Zeitungsbericht hat Bundeswirtschaftsminister Gabriel den Deal mit Verweis auf die Ukraine-Krise endgültig untersagt.
Soldaten mit Rheinmetall-Ausrüstung: 100-Millionen-Euro-Geschäft geplatzt

Soldaten mit Rheinmetall-Ausrüstung: 100-Millionen-Euro-Geschäft geplatzt

Foto: Rheinmetall

Berlin - Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise hat die Bundesregierung einem Zeitungsbericht zufolge ein umfangreiches deutsch-russisches Rüstungsgeschäft endgültig gestoppt. Wie die "Süddeutsche Zeitung"  unter Berufung auf ein Schreiben des Wirtschaftsministeriums berichtet, widerrief das von Sigmar Gabriel (SPD) geführte Ressort die von der schwarz-gelben Vorgängerregierung erteilte Genehmigung für den Bau eines Gefechtsübungszentrums (GÜZ) durch die Düsseldorfer Firma Rheinmetall . Das Volumen des Rüstungsgeschäftes betrage rund 100 Millionen Euro.

Bereits im März war bekannt geworden, dass Gabriel den Deal wegen der Krim-Krise vorläufig gestoppt habe. Nun ist offenbar eine endgültige Entscheidung gefallen.

Das Gefechtsübungszentrum, das in der Stadt Mulino in der Wolga-Region erbaut und noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden sollte, war laut "SZ" zur Ausbildung von Soldaten mit technisch hochentwickelten Simulationsinstrumenten vorgesehen. Pro Jahr hätten bis zu 30.000 Soldaten in einer solchen Anlage ausgebildet werden können.

Deutschland gehe mit dem Widerruf der Ausfuhrgenehmigung noch über die von der Europäischen Union beschlossenen Sanktionen gegen Russland hinaus. Die Maßnahmen, die unter anderem ein Moratorium für Rüstungsgeschäfte vorsehen und seit Ende vergangener Woche in Kraft sind, schließen eigentlich keine bereits vereinbarten Geschäfte ein.

ts/wal/rtr

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.