Sonntag, 21. April 2019

Schifffahrt US-Investor will Norddeutsche Reederei H. Schuldt kaufen

US-Investor Advent an Hamburger Reederei interessiert

Der Hamburger Reeder Bernd Kortüm hat einen Abnehmer für die Norddeutsche Reederei H. Schuldt gefunden. Wie aus Informationen auf der Internetseite des Bundeskartellamts hervorgeht, prüft die Behörde seit Anfang Oktober die Übernahme eines 66,6-prozentigen Anteils an der Reederei durch den US-Investor Advent International Corporation.

Kortüm ist Gründer und alleiniger Gesellschafter der Norddeutschen Vermögen Gruppe, die durch die langanhaltende Schifffahrtskrise in Schwierigkeiten geraten war und zu deren Portfolio auch die Norddeutsche Reederei H. Schuldt gehört. Anfang des Jahres berichteten Medien, es seien 14 Interessenten für die Reederei im Gespräch. Spekuliert wurde, dass Konkurrent Dohle das Unternehmen übernehmen wolle, was dieser zurückwies. Zur Flotte der Reederei gehörenlaut Unternehmenswebseite derzeit 46 Schiffe. Ein Sprecher der Norddeutschen Reederei wollte auf Nachfrage die Meldung gegenüber manager magazin Online nicht weiter kommentieren.

Dem Vernehmen nach soll die Transaktion über die zu Advent gehörende V.Group vorgenommen werden. Den Schiffslogistiker hatte das US-Unternehmen im Jahr 2016 für 588 Millionen Dollar übernommen.

Lesen Sie auch:

HSH Nordbank stützt zwei weitere Großreeder
Die unheilvolle Allianz von Politik und Großreedern

In die Schlagzeilen war Kortüm im Jahr 2016 geraten, als der Gründer nach einem Schuldenerlass in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro durch die HSH Nordbank eine mehrere Millionen Euro teure Yacht kaufte.

Der Artikel wurde am 22.10.2018 aktualisiert.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung