100 Millionen Dollar Qiagen startet Aktienrückkauf trotz Verlust

Deutschlands größter Biotechnologiekonzern steht weiter unter Druck. Qiagen hat auch im zweiten Quartal dieses Jahres rote Zahlen geschrieben. Das Management rechnet auf Jahressicht aber mit einem Gewinn - und kündigt zur Freude der Aktionäre den Kauf eigener Aktien an.
Biotechnologieunternehmen Qiagen: Weitere Restrukturierungskosten im zweiten Quartal dieses Jahres

Biotechnologieunternehmen Qiagen: Weitere Restrukturierungskosten im zweiten Quartal dieses Jahres

Foto: DPA/ Quiagen

Hilden/Düsseldorf - Das Unternehmen Qiagen macht knapp eine Milliarde Dollar Umsatz auf Jahressicht, ist damit bei weitem kein Schwergewicht in Deutschland. Und doch ist Qiagen der größte hiesige Biotech-Konzern. Und der steht weiter unter Druck.

Staatliche Sparmaßnahmen in den USA und Restrukturierungskosten haben dem Biotechkonzern Qiagen  auch im zweiten Quartal zugesetzt. Von April bis Juni sei ein Verlust in Höhe von 51,8 Millionen US-Dollar angefallen, teilte der TecDax-Konzern mit Sitz bin Hilden bei Düsseldorf über Nacht mit. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatten die Hildener noch einen Gewinn von 33,3 Millionen Dollar in den Büchern stehen. Im nachbörslichen Handel in den USA legten die Aktien um gut ein Prozent zu.

Konzernchef Peer Schatz bekräftigte trotz des schwierigen Umfeldes die im April gesenkte Prognose; Quiagen nahm sie nach Verlusten im ersten Quartal zurück. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll weiterhin auf 1,13 Dollar steigen (2012: 1,08). Der Umsatz soll zu konstanten Wechselkursen um 5 Prozent zulegen.

Für das laufende dritte Quartal erwartet Schatz einen Anstieg des Konzernumsatzes um circa 6 Prozent, während der Gewinn je Aktie vor Sonderposten 0,27 Dollar betragen soll. Im dritten Quartal rechnet Qiagen mit weiteren Restrukturierungskosten von ungefähr 15 Millionen Dollar. Im vierten Quartal würden weitere 15 Millionen Dollar anfallen.

Aktienrückkauf im Volumen von 100 Millionen Dollar angekündigt

Wie Qiagen weiter mitteilte, gab das operative Ergebnis im zweiten Quartal bereinigt um Restrukturierungs- und Übernahmekosten um 3 Prozent auf 83,4 Millionen Dollar nach. Analysten hatten im Schnitt mit 85 Millionen Dollar gerechnet. Die Höhe der Restrukturierungskosten bezifferten die Hildener im zweiten Quartal mit 76 Millionen Dollar.

Der Umsatz legte um 3 Prozent auf 316,4 Millionen Dollar zu. Im zweiten Quartal 2013 verzeichneten alle Regionen ein Wachstum im einstelligen Bereich bei konstanten Wechselkursen. Die Region Amerika, die fast 50 Prozent zum Umsatz beitrug, wurde von Brasilien und Mexiko angetrieben. Der Umsatz in den USA blieb stabil, da ein Rückgang der Umsätze mit Produkten für Tests auf Gebärmutterhalskrebs (HPV-Screening) von einem Wachstum des übrigen Produktportfolios kompensiert wurde.

Die Hildener sehen sich durch den verstärkten Wettbewerb bei Vorsorgetests zum Nachweis von Gebärmutterhalskrebs (HPV-Test) einem erhöhten Preisdruck gegenüber. HPV-Produkte würden 2013 jedoch weniger als 10 Prozent der gesamten bereinigten Konzernumsätze ausmachen. 2012 war der Umsatz mit den HPV-Tests um 8 Prozent gesunken.

Geringe Zuwächse verzeichnete Qiagen in den USA in der Sparte Akademische Forschung. Qiagen beobachte bei den Kunden in den USA und in bestimmten Regionen von Europa weiterhin ein sehr zurückhaltendes Kaufverhalten, was vornehmlich auf Unsicherheiten bezüglich der im März 2013 in Kraft getretenen automatischen Haushaltskürzungen der US-Regierung sowie auf Budgetkürzungen in Europa zurückzuführen sei.

Mit der Veröffentlichung der Zahlen kündigten die Hildener ein zweites Aktienrückkaufprogramm innerhalb weniger Monate an. Der Rückkauf von Aktien im Wert von bis zu 100 Millionen US-Dollar soll frühestens am 1. August starten und spätestens bis zum 26. Dezember 2014 abgeschlossen sein. Der Biotechkonzern hatte erst am 29. März des laufenden Jahres einen früheren Aktienrückkauf über 100 Millionen Dollar abgeschlossen.

kst/dpa-afx
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