Mittwoch, 13. November 2019

Belastungen durch Zollstreit erwartet Ohne Preiserhöhung rechnet Puma mit sinkendem Gewinn

Puma gibt sich angesichts der Zahlen optimistisch, an der Börse fällt die Aktie dennoch

Der Sportartikelhersteller Puma Börsen-Chart zeigen wird nach einem robusten dritten Quartal erneut etwas optimistischer und hob seine Erwartungen für 2019 leicht an. Allerdings geht das Management davon aus, dass die US-Zölle auf Importe aus China im vierten Quartal erstmals das Geschäft belasten dürften. "Ohne Preiserhöhungen wird das Ebit dadurch - zumindest kurzfristig - beeinträchtigt werden", erklärte Konzernchef Björn Gulden am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen in Herzogenaurach. Die Aktie verlor zum Handelsstart 4,3 Prozent.

Der Manager hatte bereits zum Halbjahr eingeräumt, dass der Zollstreit "zu einem gewissen Druck auf der Beschaffungsseite" führe. China ist ein wichtiger Produktionsstandort für das Unternehmen. Als Reaktion hat Puma bereits Kapazitäten in andere Länder verlagert, was die Kosten erhöht. Preiserhöhungen hatte Gulden zuletzt nicht ausgeschlossen.

Dank der guten Entwicklung sowie schwächer als erwartet steigenden operativen Aufwendungen hob Puma dennoch das untere Ende der Ergebnisprognose an und geht nun von einem operativen Gewinn (Ebit) von 420 bis 430 Millionen Euro aus. Auch beim Umsatz wurde Puma etwas optimistischer und peilt ein währunsgbereinigtes Wachstum von rund 15 Prozent an. Zuvor hatte das Management rund 13 Prozent in Aussicht gestellt.

Im dritten Quartal setzte Puma sein rasantes Wachstum fort und steigerte die Erlöse um 19 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei 17 Prozent. Dabei profitierte der Konzern von einer starken Nachfrage in allen Kategorien und Regionen.

Wachstumstreiber war die Region Asien-Pazifik mit dem wichtigen China-Geschäft, hier legten die Erlöse währungsbereinigt fast um 30 Prozent zu. Die Region Amerika wuchs um knapp 18 Prozent. Dagegen fiel das Europageschäft (Emea) mit einem Plus von 9,7 Prozent fast ab. Sowohl bei Schuhen, Textilien als auch Accessoires legten die Umsätze im zweistelligen Prozentbereich zu.


Lesen Sie auch:
Adidas-Anleger nehmen nach Rekordzahlen Gewinne mit
ServiceNow-Chef John Donahoe wird neuer Chef von Nike


Das Ebit nahm um knapp ein Viertel auf rund 162 Millionen Euro zu. Der Nettogewinn stieg um fast 30 Prozent auf 100,5 Millionen Euro. "Das dritte Quartal entwickelte sich für uns sehr positiv und endete als das beste Quartal, das Puma jemals verzeichnet hat, sowohl was Umsatz als auch Ebit betrifft", kommentierte Vorstandschef Gulden. Die Zahlen lagen insgesamt in etwa im Rahmen der Analystenerwartungen.

Nach neun Monaten liegt Puma damit beim Umsatz mit 4,02 Milliarden Euro währungsbereinigt bereits bei einem Plus von 16 Prozent über dem Vorjahr. Das Ebit kletterte um 28 Prozent auf 385 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern lag mit 245 Millionen Euro sogar 39 Prozent über Vorjahr.

dpa-afx/rtr/akn

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung