Dienstag, 2. Juni 2020

ProSiebenSat.1 verliert nun auch seinen Vizechef Conrad Albert will seinen Vertrag nicht mehr verlängern

Conrad Albert, Vizechef von ProSiebenSat.1, kündigt per Zeitungsinterview an, seinen Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen

Der Vizechef von ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen, Conrad Albert, will seinen Vertrag nicht mehr verlängern. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (kostenpflichtig) sagt der 52-jährige Manager, sein Vertrag ende am 30 April 2021. "Ich habe bereits im Juni vergangenen Jahres den Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Brandt informiert, dass ich in der aktuellen Konstellation nicht für eine Verlängerung zur Verfügung stehe."

Auf die Frage, ob das als Misstrauensvotum gegen den Vorstandsvorsitzenden Max Conze zu verstehen sei, antwortet Albert: "Ich bin nicht nur meinem Vorsitzenden und Aufsichtsrat verantwortlich, sondern eben dem ganzen Unternehmen, seinen Mitarbeitern und letztlich auch meinen Überzeugungen." Dies könne auch als Haltung genannt werden, meint Albert weiter.

So sagt er, dass er öffentlich gerne beschrieben werde als einer, der unaufgeregt seine Pflicht erfülle, der das Unternehmen auch in unruhigen Zeiten zusammenhielte - vom Vorstand bis zum Betriebsrat. Doch Albert kommt zu dem Schluss, dass die momentane Situation dies zunehmend schwierig mache. "Daraus habe ich für mich eine Konsequenz gezogen", berichtet er weiter.


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Vorstandschef Conze trat erst im Jahr 2018 seinen Posten bei ProSiebenSat.1 an, allein im ersten Jahr gingen vier von fünf Vorständen. Vor kurzem wurde bekannt, dass auchTV-Vermarktungschefin Michaela Tod und Group Chief Technology Officer Nick Texton das Unternehmen verlassen.

Erst in der vergangenen Woche hatte ProSiebenSat.1 katastrophale Zahlen vorgelegt. Rückläufige TV-Werbeeinnahmen von 5 Prozent und Investitionen in den Konzernumbau drückten den Gewinn im vergangenen Jahr erheblich. Das bereinigte Ergebnis fiel um 14 Prozent auf 872 Millionen Euro.

akn

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