Vor Fußball-WM Adidas tritt ins Sex-Fettnäpfchen

Meist sind freche Sprüche auf bunten T-Shirts ja gute Werbung. Adidas haben sie in Brasilien jetzt allerdings Ärger eingebracht. Der Sportartikelhersteller zieht zwei umstrittene WM-T-Shirts zurück.
"Looking to score": Brasilianische Behörden sehen im Slogan der Adidas-Shirts eine Aufforderung zum Sex-Tourismus

"Looking to score": Brasilianische Behörden sehen im Slogan der Adidas-Shirts eine Aufforderung zum Sex-Tourismus

Hamburg - Der Sportartikelhersteller Adidas  hat wegen Sexismus-Beschwerden zwei T-Shirts vom US-Markt genommen: Das eine ist mit einer leichtbekleideten Frau und dem Spruch "Looking to score" bedruckt. Das andere mit "I Love Brazil" und einem Herz, das sich - umgedreht - auch als Hintern mit String-Tanga deuten lässt.

Die laut Adidas ausschließlich in den USA vertriebenen T-Shirts hatten für Unmut bei der brasilianischen Tourismusbehörde gesorgt, die die Weltmeisterschaft nicht im Zusammenhang mit Sextourimus gebracht sehen will.

Zwar fiel der Name Adidas in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung  der Behörde nicht explizit. Sie forderte jedoch deutlich, dass T-Shirts mit sexuellem Bezug von Markt genommen werden sollten.

Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und das Frauenministerium  meldeten sich zu Wort und wandten sich anlässlich des Eklats gegen sexuellen "Barbarismus".

Adidas , einer der Hauptsponsoren und Ausrüster bei der im Juni beginnenden Fußballweltmeisterschaften, kündigte daraufhin an, die T-Shirts vom Markt zu nehmen. Angesichts der Rückmeldungen von Kunden und Öffentlichkeit habe man sich entschlossen, die nur in den USA und nur in einer limitierten Auflage produzierte Linie zurückzuziehen, teilte das Herzogenauracher Unternehmen mit.

Auch in den sozialen Medien sorgte der Adidas-Fehltritt international für Aufsehen. Allerdings waren die Meinungen geteilt. Von Aufregung über Belustigung bis zu Unverständnis über den Rückzieher reichten die Reaktionen. Und so mancher stellte die Frage, ob es nicht eher ein PR-Coup als eine PR-Panne war.

mihec
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