Montag, 20. Mai 2019

Konsummulti mistet Marken aus Procter & Gamble prüft Verkauf von deutscher Rasierermarke Braun

Muss keine Rücksicht mehr nehmen: Alan Lafley, von 2000 bis 2009 und seit Mitte 2013 erneut Vorstandschef von Procter & Gamble.

Die Traditionsmarke Braun verharrt bei weniger als 1 Milliarde Dollar Umsatz pro Jahr. Deswegen stellt P&G-Chef Lafley sie jetzt zur Disposition.

Der US-Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen (P&G) prüft den Verkauf des traditionsreichen deutschen Rasierapparate-Herstellers Braun. Das Unternehmen stehe auf einer Liste von mehr als 100 schwächelnden Marken, von denen sich P&G trennen könnte, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am späten Montagnachmittag.

Braun sei dabei nach dem Batterie-Marktführer Duracell mit einem Weltmarktanteil von mehr als 20 Prozent die zweitgrößte Einheit unter den Verkaufskandidaten des Vorstandschefs Alan G. Lafley. Der 67-Jährige stelle sämtliche Sparten oder Marken zur Disposition, deren Umsätze in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich geschrumpft seien.

Mit dem Verkauf von Braun und Duracell würde sich P&G gleich aus zwei Produktkategorien komplett zurückziehen, den Batterien und den so genannten Beauty Electronics. Bereits vor zwei Jahren hatten die Amerikaner die Lizenz für Braun-Haushaltsgeräte an De`Longhi abgegeben.

Spätestens seit diesem Deal hat Braun bei dem Multi, der im vergangenen Jahr rund 84 Milliarden Dollar umsetzte, keinen besonders Schutz-Status mehr. Anders als Duracell verfehlt Braun als Marke die Milliarden-Umsatzmarke. Diese "billion dollar brands" wie etwa Gillette, Pampers, Head & Shoulders oder auch Wella sind P&G besonders wichtig. Auch andere Konsumgüterkonzerne wie Unilever Börsen-Chart zeigen oder Nestle konzentrieren sich auf Marken mit großem Umsatzpotential, weil sie sich dort beispielsweise Synergien im Produktmanagement versprechen.

Braun wurde 1921 in Frankfurt am Main gegründet und gehört seit vielen Jahren zum weltgrößten Konsumgüterkonzern P&G. Braun wurde weltweit für seine Produktgestaltung bekannt. Die in Kronberg im Taunus ansässige Firma produziert ihre Elektrokleingeräte inzwischen auch in China und Irland.

Mehrere Finanzinvestoren hätten bereits ein Auge auf verschiedene P&G-Marken geworfen, sagten die Eingeweihten weiter. Bei den Verkaufsvorhaben wird Lafley unter anderem von der Bank Goldman Sachs beraten, die eine Stellungnahme ablehnte. P&G war dafür zunächst nicht zu erreichen.

soc/Reuters

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