Oliver Kahn verklagt Handschuhhersteller T1tan Kahn will der einzige Titan sein

Oli Kahn bei der WM 2012: Mittlerweile kämpft Kahn nicht mehr auf dem Platz, sondern um Markenrechte

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Foto: Bongarts/Getty Images

Mit sozialen Medien hat es Oliver Kahn nicht so. Erst erntete der ehemalige Nationaltorwart einen Shitstorm , als er seine Fans über Wochen über seine Zukunft rätseln ließ und dann mit der Ankündigung seines neuen Start-up-Unternehmens enttäuschte. Nun sorgt er mit einer Klage gegen einen Konkurrenten für Aufsehen. Der Ex-Bayern-Star hat den Freiburger Torwarthandschuh-Hersteller T1TAN verklagt, weil er seine Namensrechte verletzt sieht. Seine Begründung: Er, Kahn, habe ältere Rechte an dem Namen "Titan".

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Kahn fordert von dem Freiburger Start-up, an dem seit 2017 der Bundesliga-Keeper René Adler beteiligt ist, die Namensnutzung T1tan zu unterlassen und Schadenersatz zu zahlen. Den Streitwert haben Kahn und seine Vertreter auf 250.000 Euro beziffert.

Pikant an der Sache: Laut T1tan-Gründer Matthias Leibitz sei Kahn, der sich auf seiner Internetseite selbst als Titan bezeichnet und von Boulevardmedien auch immer wieder so bezeichnet wurde, im Jahr 2014 auf das Start-up zugekommen und habe angefragt, ob die beiden Gründer ihr Unternehmen verkaufen wollten.

"Da unsere Firma unser Traum ist, haben wir das natürlich nicht gemacht, aber wir wurden nach München eingeladen und haben uns dann dort einen Tag mit Oliver Kahn getroffen", schreibt Leibitz im Firmenblog . "Für uns was das ein großer Tag, den wir nie vergessen haben. Und wir waren nach dem Termin überzeugt, dass Oliver Kahn mit uns zusammenarbeiten möchte. Leider hat er sich danach nie mehr bei uns gemeldet und nicht mehr auf uns reagiert."

Ende 2015 hob Kahn dann mit "Goalplayer" sein eigenes Start-up aus der Taufe, das wie T1tan Torwart-Handschuhe herstellt.

In der "David-gegen-Goliath"-Story sieht Kahn nicht gut aus

Das 2013 gegründete T1tan, das den Angaben zufolge ausschließlich online verkauft, setzte indes 2017 nach eigenen Angaben rund 30.000 Paar Handschuhe ab, was einem Umsatz von mehr als einer Million Euro entspräche. Adler, der bei dem Start-up 2017 einstieg, soll für eine 25-prozentige Beteiligung einen niedrigen siebenstelligen Betrag hingeblättert haben.

Im November wird sich das Landgericht München mit dem Rechtsstreit beschäftigten.

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Die Schlacht in den sozialen Medien ist unterdessen längst in Gange. Und hier sind aktuell die Freiburger besser aufgestellt. Ihre herzerwärmende Story von den Gründern, die ihr Erspartes in ihren Traum steckten und vom kleinen David, der vom großen Goliath angegriffen wird, verkauft sich gut im Netz. Hunderte sicherten den T1tan-Machern ihre Unterstützung zu und lästerten auf Facebook über Oliver Kahn ab.

Die beiden Titan-Macher haben sich sogar T-shirts mit der Aufschrift #freeT1tan drucken lassen - und rufen ihre Kunden auf Facebook und Instagram auf: "Werde Teil unserer Rebellion."

Wenn sie sich damit nicht gleich neuen Ärger einhandeln. Kahns Torwarthandschuh heißt schließlich Rebel.

mit Material von dpa
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