Samstag, 20. Juli 2019

Geschäft mit virtueller Realität Facebook versucht Neustart bei VR-Brillen

War noch kein Lichtblick für Facebook: Das Modell Oculus Go.
SPIEGEL ONLINE
War noch kein Lichtblick für Facebook: Das Modell Oculus Go.

Die Facebook-Firma Oculus hofft, mit zwei frischen Brillen und einer neuen Strategie dem Geschäft mit virtueller Realität (VR) einen lang erhofften Schub zu geben. Der Hoffnungsträger ist dabei vor allem das Modell Oculus Quest, das sowohl ohne die Verbindung zu einem Computer als auch ohne externe Sensoren ein vollwertiges VR-Erlebnis bieten soll. Die Quest könne "ein Wendepunkt werden, weil wir damit eine Menge mehr Leute erreichen können", sagte Oculus-Manager Sean Liu.

Facebook hatte Oculus vor fünf Jahren für zwei Milliarden Dollar gekauft und danach noch massiv in die Entwicklung der ersten Brille Rift investiert. Virtuelle Realität blieb bisher aber trotz großer Erwartungen ein Nischengeschäft. Oculus bringt nun auch eine verbesserte Rif-Version heraus.

Die Rift S braucht im Gegensatz zur ersten Generation keine externen Sensoren mehr. Sie wird aber per Kabel mit einem Computer verbunden - und das soll eine bessere Grafik ermöglichen als der Smartphone-Chipsatz der Quest. Beide Brillen kommen am 21. Mai in den Handel und sollen jeweils 449 Euro kosten, wie Facebook am Dienstag auf seiner Entwicklerkonferenz F8 mitteilte.

Zugleich will Oculus vom Plattform-Ansatz profitieren: Entwickler können ihre Spiele sowohl für die Quest als auch für die Rift S anpassen. Nutzer beider Geräte sollen problemlos miteinander spielen können.

Der wichtigste Konkurrent von Oculus im VR-Geschäft ist HTC mit seinen Vive-Brillen. Auch HTC will mit der Vive Focus Plus eine kabellose VR-Brille ohne Verbindung zum Computer auf den Markt bringen - richtet sie mit einem Preis von 699 Euro aber auf das Geschäft mit Unternehmen aus. Ein ähnliches Modell mit dem Namen Vive Cosmos ist noch in Entwicklung.

dpa, soc

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