Geplante Batteriezellfabrik Northvolt erhält 155 Millionen Euro Förderung von Bund und Ländern

Eine Batteriezellfabrik im eigenen Land, betrieben mit erneuerbaren Energien – das ist ganz nach dem Geschmack von Wirtschaftsminister Habeck. Entsprechend hoch ist die finanzielle Unterstützung, die Bund und Länder dem schwedischen VW-Partner Northvolt für das geplante Werk bereitstellen.
Von Sonne und Wind überzeugt: Laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck soll lokal erzeugte Energie die Northvolt-Fabrik im schleswig-holsteinischen Heide antreiben

Von Sonne und Wind überzeugt: Laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck soll lokal erzeugte Energie die Northvolt-Fabrik im schleswig-holsteinischen Heide antreiben

Foto: CHRISTIAN MARQUARDT / POOL / EPA

Für das geplante Batteriezellenwerk an der schleswig-holsteinischen Westküste haben Bund und Land Fördermittel von 155,4 Millionen Euro zugesagt. Einen entsprechenden Förderbescheid überreichte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52) am Mittwoch an das schwedische Unternehmen Northvolt. Das sei das Maximum, was die EU genehmigt habe, so Habeck. Rund 30 Prozent der Fördersumme, also etwa 46,6 Millionen Euro, trägt Schleswig-Holstein.

Der Volkswagen-Partner Northvolt, an dem der Autobauer mit 20 Prozent beteiligt ist, will 2025 in der Nähe von Heide in Dithmarschen mit der Fertigung von Batteriezellen beginnen und unterzeichnete dazu im Februar eine Absichtserklärung mit dem Land. Die endgültige Standortentscheidung soll dem Wirtschaftsministerium zufolge im Juli fallen. "Auf dem Weg dorthin sind noch letzte Fragen zu klären, bei denen Land und Bund tatkräftig unterstützen werden", heißt es in Berlin.

"Lokal erzeugte erneuerbare Energie soll die Fertigung antreiben", betonte Grünen-Politiker Habeck. Erneuerbare seien mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. "Wo aus Wind und Sonne Strom wird, da gibt es gute Bedingungen auch für energieintensive Unternehmen." Northvolt hatte die erneuerbaren Energien sogar ausdrücklich als einen der wichtigsten Gründe für die Standortentscheidung genannt.

Bauarbeiten sollen 2023 beginnen

Die Staatshilfen kommen aus einem europäischen Großprojekt "Important Projects of Common European Interest" (IPCEI) zur Förderung der Batteriezellfertigung in der EU. Damit will Europa unabhängiger von Lieferungen aus Asien werden. Laut Wirtschaftsministerium sind bis 2030 Investitionen von mehr als 15 Milliarden Euro in Batteriezellwerke angekündigt. Weitere Investitionen werde es in den Bereichen Rohstoffe, Batteriematerialien sowie Komponenten und Recycling geben.

Die Bauarbeiten für die Fabrik sollen in der zweiten Jahreshälfte 2023 beginnen, der Produktionsstart ist für 2025 geplant. Insgesamt soll das Projekt 4,5 Milliarden Euro kosten, wovon Northvolt selbst rund zwei Milliarden Euro aufbringen will. Den Rest müssen die Schweden noch über Investoren einsammeln. Nach Fertigstellung sollen etwa 3000 Menschen in der Fabrik arbeiten.

Für Schleswig-Holstein ist es eine der größten Industrieansiedlungen überhaupt. Die Landesregierung setzt darauf, dass die Northvolt-Fabrik eine Sogwirkung hat und weitere Unternehmen zum Beispiel als Zulieferer entlang der Achse Heide-Hamburg anzieht. Damit würde sich die einst strukturschwache Region endgültig zu einem bedeutenden industriellen Zentrum mausern.

mg/dpa-afx, Reuters