Sonntag, 15. Dezember 2019

Neue Werke in Katar Solarworld will Produktion ausbauen

Solarworld-Chef Asbeck: Ein Siliziumwerk soll Anfang 2015 die Produktion in Katar aufnehmen, ein Werk zur Herstellung von Solarmodulen werde geplant

Solarworld geht nach der Rettung auf Expansionskurs: Das Unternehmen baut die Produktion im ehemaligen Bosch-Werk in Arnstadt aus. Zudem sollen in Katar neue Werke entstehen.

Frankfurt am Main - Solarworld Börsen-Chart zeigen geht nach der Rettung auf Expansionskurs. "Wir möchten einen weiteren Teil des Bosch-Werks in Arnstadt wiederbeleben", sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck dem "Handelsblatt". Derzeit laufe in dem thüringischen Werk der Testbetrieb. Asbeck will dort Ingots bauen, ein Vorprodukt für Solarmodule. "Wir könnten dort im zweiten Quartal mit der Produktion starten", sagte der Firmenchef. Damit würde Solarworld eine Fertigungskapazität für Ingots von 500 Megawatt erhalten. Bisher kauft Solarworld die Ingots auf dem Weltmarkt ein.

Der Bonner Konzern hatte das Werk vor einem halben Jahr von Bosch übernommen. Nach seinem verlustreichen Ausflug in die Solartechnik hatte Bosch der Solarworld dabei noch eine Mitgift von rund 130 Millionen Euro gegeben.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Großaktionär Qatar Solar Technologies soll Solarworld bei der Expansion vorantreiben. Ein Siliziumwerk soll Anfang kommenden Jahres die Produktion in Katar aufnehmen, ein Werk zur Herstellung von Solarmodulen werde geplant. "Noch im nächsten Jahr will Qatar Solar Technologies mit dem Bau beginnen", sagte Asbeck. Bis 2016 soll dort ein Werk für Hochleistungsmodule mit einer Jahreskapazität von rund 250 Megawatt für den arabischen Markt entstehen.

Ende Oktober hatte Solarworld angesichts florierender Geschäfte in den USA bereits den Ausbau seines Werks in Hillsboro im US-Bundesstaat Oregon angekündigt. Dort profitiert der Konzern auch von Antidumpingzöllen, die die USA auf chinesische und taiwanische Solartechnik-Importe erheben.

Solarworld-Gläubiger hatten im Frühjahr auf große Teile ihrer Forderungen verzichtet, um das Unternehmen vor der Pleite zu retten und den Schuldenberg von über eine Milliarde Euro abzutragen. Die Altaktionäre verloren fast ihren gesamten Einsatz. Qatar Solar Technologies stieg zum größten Aktionär auf und hält 29 Prozent an Solarworld.

ts/rtr

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