Nach Offerte Paris verlangt mehr für Alstom

Im Kampf um Alstom versprechen Siemens und MHI bis zu 2000 neue Jobs. Siemens-Chef Kaeser gibt sich selbstbewusst, hält das gemeinsame Angebot für überlegen - doch Frankreichs Regierung will mehr.
Siemens-Chef Kaeser (mit MHI-Boss Miyanaga, v.l.): "Warum sollte man ein überlegenes Angebot aufbessern, wenn es ohnehin überlegen ist?"

Siemens-Chef Kaeser (mit MHI-Boss Miyanaga, v.l.): "Warum sollte man ein überlegenes Angebot aufbessern, wenn es ohnehin überlegen ist?"

Foto: PHILIPPE WOJAZER/ REUTERS

Paris/München - Im Bietergefecht um den französischen Alstom-Konzern haben Siemens und der japanische Partner Mitsubishi Heavy Industries (MHI) bis zu 2000 neue Jobs in Aussicht gestellt. Rund 1000 zusätzliche Arbeitsplätze davon will MHI schaffen, etwa durch ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum, wie MHI-Chef Shunichi Miyanaga erklärte. Siemens-Chef Joe Kaeser sagte zudem bis zu 1000 neue Ausbildungsplätze für junge Leute in Siemens- oder Alstom-Standorten in Frankreich zu.

Die Kaufangebote von Siemens  und dem Rivalen General Electric  für Teile von Alstom  reichen der französischen Regierung nach Angaben eines Insiders aber nicht aus. Die Offerten müssten verbessert werden, sagte eine Person aus dem Präsidentenbüro in Paris. Die Regierung werde die Gespräche mit den Interessenten in dieser Woche fortsetzen.

Siemens-Chef Kaeser steht einer weiteren Aufstockung des gemeinsamen Gebots mit MHI reserviert gegenüber. "Es gibt derzeit keinen Grund, über ein besseres Angebot zu diskutieren", sagte Kaeser auf einer Pressekonferenz in Paris. "Warum sollte man ein überlegenes Angebot aufbessern, wenn es ohnehin überlegen ist?" Kaeser und MHI-Chef Miyanaga hatten sich unmittelbar zuvor mit Staatspräsident Francois Hollande getroffen.

Siemens und MHI hatten am Vortag zusammen ein Angebot vorgelegt, mit dem sie GE Paroli bieten wollen. Die Amerikaner bieten 12,35 Milliarden Euro für die Alstom-Energiesparte und wollen 1000 neue Jobs in Frankreich schaffen.

Die deutsch-japanische Allianz will nach eigenen Angaben die Eigenständigkeit des französischen Konzerns erhalten. Siemens will dabei das Gasturbinen-Geschäft von Alstom für 3,9 Milliarden Euro übernehmen. MHI plant eine Beteiligung von bis zu 10 Prozent bei Alstom und mehrere Joint Ventures in den Alstom-Geschäftsbereichen. Insgesamt umfasst die Offerte der beiden Unternehmen Barzahlungen von sieben Milliarden Euro.

ts/dpa/rtr