Fotostrecke

Milliardenspiel: Die größten Akteure im Kalimarkt

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Vorwürfe nach Festnahme Uralkali-Chef soll Millionen veruntreut haben

Weißrussland wirft dem festgenommenen Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner vor, mit Insidergeschäften einen Schaden von 100 Millionen Dollar angerichtet zu haben. Das entspricht dem Einnahmeausfall für das autoritär regierte Land durch den Ausstieg Uralkalis aus der Handelsallianz BCP.

Moskau/Minsk - Weißrussland hat Managern des russischen Bergbaukonzerns Uralkali Betrug im Umfang von 100 Millionen US-Dollar (rund 75 Millionen Euro) vorgeworfen. Die Ermittlungsbehörde der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik prüft nach eigenen Angaben Beschlagnahmungen von Immobilien oder Besitz des Unternehmens.

Wegen Amtsmissbrauchs verhängte ein Gericht in der Hauptstadt Minsk zwei Monate Untersuchungshaft gegen Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner, wie Pawel Traulko von der Ermittlungsbehörde am Dienstag der Agentur Interfax sagte. Baumgertner war am Vortag am Flughafen von Minsk festgenommen worden, nachdem er den weißrussischen Regierungschef Michail Mjasnikowitsch getroffen hatte.

Aussagen von Baumgertner zum Kali-Markt hatten in den vergangenen Wochen den Aktienkurs des deutschen Düngemittelherstellers und Dax-Unternehmens K+S stark unter Druck gesetzt. Am Dienstagvormittag erholte sich der Kurs wieder - wie bereits am Vortag.

Hintergrund des "Kali-Krieges" ist nach Angaben aus Minsk der überraschende Ausstieg von Uralkali aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali Ende Juli. Dabei sollen Baumgertner und drei weitere Uralkali-Manager Insiderwissen zur eigenen Bereicherung missbraucht haben. Uralkali wies die Vorwürfe zurück.

Fotostrecke

Milliardenspiel: Die größten Akteure im Kalimarkt

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Russland reagierte empört. Vize-Ministerpräsident Igor Schuwalow sagte: "Was geschehen ist, ist absolut inakzeptabel." Die Situation sei "sonderbar, unangemessen und passe nicht zu einer Partnerschaft".

Uralkali und Belaruskali waren acht Jahre lang Partner im Joint Venture BPC, das für 43 Prozent der weltweiten Kali-Exporte steht. Das Ende der Zusammenarbeit hat weltweit Wellen an den Kalimärktengeschlagen, weil Experten einen Preisverfall vorhersagen.

Für Weißrussland ist das Ende der Handelsallianz besonders schmerzlich, da Kali einer der wichtigsten Devisenbringer für das Land ist, das von Präsident Alexander Lukaschenko seit 1994 mit harter Hand regiert wird. Weißrussische Ermittler schätzen den Schaden für das Land auf rund 100 Millionen Dollar - eben so hoch wie der angeblich durch Baumgertner verursachte Betrugsschaden.

ts/dpa-afx/rtr
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.