Mittwoch, 22. Mai 2019

EXKLUSIV Umstrittene Monsanto-Übernahme Bayer geht vor Hauptversammlung in die Offensive

Bayer-CEO Werner Baumann (l.) und Aufsichtsratsvorsitzender Werner Wenning bei der Hauptversammlung im Mai 2018
imago/Sven Simon
Bayer-CEO Werner Baumann (l.) und Aufsichtsratsvorsitzender Werner Wenning bei der Hauptversammlung im Mai 2018

Ein Gutachter nennt die Risikoprüfung des Bayer-Managements vor dem Monsanto-Kauf "mustergültig". Ein Spezialberater soll eine hohe Zustimmungsquote bei der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat am 26. April sichern.

Bayers Aufsichtsratschef Werner Wenning will mit Hilfe von Rechtsgutachten eine krachende Niederlage auf dem kommenden Aktionärstreffen am 26. April abwenden. Dort erwarten ihn und seinen Vorstandschef Werner Baumann scharfe Angriffe, sie hätten die Risiken beim Kauf des US-Saatgutspezialisten Monsanto samt dessen Unkrautvernichters Glyphosat nicht eingehend geprüft. Nach dem Kauf sieht sich Bayer Börsen-Chart zeigen derzeit zahlreichen Prozessen gegenüber.

Dazu kann Wenning nun Rechtsgutachten des Düsseldorfer Spezialisten für Kapitalmarktrecht und Linklaters-Anwalt Ralph Wollburg sowie Professor Mathias Habersack, Ordinarius an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, ins Feld führen. "Bayer hat die Bewertung der Risikolage im Zusammenhang mit der Verwendung von Glyphosat auch auf ein vor Abschluss des Merger Agreement erstelltes, ausführliches und regelmäßig aktualisiertes Gutachten einer renommierten US-Kanzlei gestützt. Damit hat der Vorstand seine Sorgfaltspflichten mustergültig erfüllt", sagt Wollburg.

Dass Bayer mit der gutachterlichen Einschätzung von Wollburg und Habersack gerade jetzt an die Öffentlichkeit geht, liegt vor allem an der Tatsache, dass sich die beiden großen Stimmrechtsorganisationen Institutional Investors Services (ISS) und Glass Lewis gegen die Entlastung des Vorstands auf der Hauptversammlung am 26. April ausgesprochen haben. Glass Lewis empfiehlt sogar die Nichtentlastung des Aufsichtsrats. Bayer hat, um die Stimmung unter den Aktionären zu drehen, die Investor-Relations-Consultants von D.F. King engagiert.

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