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Mars' Riegel-Rückruf: Zehn Fakten über das wohl verschwiegenste Unternehmen der Welt

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"Nur gelegentlich verzehren" Warum Mars vor seinen eigenen Produkten warnt

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Nach immer größeren Burgern, Riesenpizzen und Riesen-Colas entdeckt die US-Lebensmittelindustrie nun einen neuen Trend. Um zu verhindern, dass ihr dasselbe Schicksal widerfährt wie der mittlerweile massiv regulierten Zigarettenindustrie, treten diverse Konzerne die Flucht nach vorne an. Sie verkleinern ihre Produkte, senken den Zuckeranteil oder platzieren auf ihren Nahrungsmitteln sogar Warnhinweise, in denen sie Käufer darauf hinweisen, wie ungesund ihr Produkt ist.

So kündigte der Lebensmittelkonzern Mars (Miracoli, Uncle Ben's, Mars, Hubba Bubba) kürzlich an, innerhalb der nächsten fünf Jahre den Salzgehalt seiner Produkte um durchschnittlich 20 Prozent senken zu wollen. Auch der Zuckeranteil vieler Produkte soll reduziert werden. Doch Mars geht noch weiter.

Warnhinweise für besonders ungesunde Nahrungsmittel

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Mars' Riegel-Rückruf: Zehn Fakten über das wohl verschwiegenste Unternehmen der Welt

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Etwa jedes 20. Produkt des Unternehmens, das selbstgesetzte Gesundheitsanforderungen nicht erfüllt, soll eine Art Warnhinweis erhalten. Er soll darauf hinweisen, dass dieses Lebensmittel besser nicht zur täglichen Ernährung genutzt werden sollte, sondern nur gelegentlich ("occasionally"). Mars-Süßigkeiten wie Bounty, Snickers, M&Ms oder Twix sind von der neuen Kategorisierung in "Occasional"- und "Everyday"-Produkte, die bis 2021 umgesetzt sein soll, allerdings ausgenommen. Schließlich, so eine Sprecherin, könne man davon ausgehen, dass den Leuten durchaus bewusst sei, dass Süßigkeiten maßvoll verzehrt werden sollten.

Und Mars ist nicht das einzige Unternehmen, das versucht, mit eigener eigenen "sanften" Kategorisierung deutlich härteren Regeln zu entgehen.

Auch McDonald's testet kleinere Burger

Auch andere Konzerne versuchen, der Gefahr einer strengen Regulierung, wie sie sich international beispielsweise durch Zuckersteuern abzeichnet, durch Selbstauflagen abzuwenden.

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Unter anderem, indem sie die Portionsgrößen verkleinern. So kündigte McDonald's kürzlich an, unter anderem einen kleineren Big Mac namens Mac Junior testen zu wollen, der mit 480 statt 540 Kalorien pro Burger etwas kalorienärmer als das Original ist. Parallel zu dem Schrumpf-Burger testet die Fastfood-Kette allerdings auch einen noch kalorienhaltigeren Mega-Mac mit einem Brennwert von satten 890 Kalorien.

In Sachen Diät-Ware ist McDonald's ein gebranntes Kind. Schon diverse mit enormem Marketing-Aufwand in den Markt gedrückte "gesündere" Fastfood-Optionen wie beispielsweise der McLean sind in der Vergangenheit kolossal gescheitert.

Salat als Ladenhüter

Zwar bietet der Fastfood-Konzern schon seit Jahren mit Obst und Salaten seinen Kunden auch gesündere Alternativen an. Doch wirkliche Bestseller sind diese nicht. Vor drei Jahren, als McDonald's zuletzt genauere Zahlen dazu präsentierte, machten Salate nur zwischen 2 und 3 Prozent des US-Umsatzes aus.

Und auch die Mondelez-Tochter Nabisco versucht ihre Kunden für etwas weniger kalorienreiche Leckereien zu begeistern. Und hat eine Slim-Variante seinen Bestsellers Oreo herausgebracht, der dank weniger Cremefüllung mit rund 20 Prozent weniger Kalorien auskommt.

Coca-Cola macht beim "Downsizing" mit

Und selbst Lebensmittelriesen wie Coca-Cola  und Pepsi setzen - gezwungenermaßen - mittlerweile auf kleinere Größen, um in gesundheitsbewussteren Käuferschichten überhaupt noch eine Chance zu haben. Während der US-Absatz größerer Flaschen stetig sinkt, machen kleinere Größen schon rund 14 Prozent des gesamten Umsatzes aus - Tendenz steigend.

"Es geht schlicht ums Überleben", ist Will Rosenzweig, Direktor der Food Business School im kalifornischen St. Helena überzeugt. "Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem man es einfach nicht mehr ignorieren kann, wenn man auf der falschen Seite in Sachen Gesundheit und Klima steht."

Angesichts der steigenden Anzahl übergewichtiger Menschen in den Industrieländern steigt dort der Druck auf die Hersteller mittlerweile massiv. So hat eine ganze Reihe von Ländern bereits Zuckersteuern eingeführt und will dies tun. Und selbst auf salzige Snacks wie Chips werden mancherorts schon Strafsteuern fällig.

Doch genau solche Preisaufschläge sind es, vor denen McDonald's Angst haben dürfte. Denn wenn es um die Preise für Burger und Pommes geht, ist ihr Klientel extrem empfindlich. So waren es zuletzt vor allem günstige Frühstücks- und Sparangebote,  die den Umsatz der Fastfoodkette in den USA wieder höher gesandt hatten.

Und auch wenn die Notwendigkeit, sich gesünder zu ernähren den Menschen bewusst ist. "In einer Fastfood-Umgebung ignorieren sie es", sagt Bob Goldin vom auf den Lebensmittelmarkt spezialisierten US-Marktforscher Technomic.

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Mars' Riegel-Rückruf: Zehn Fakten über das wohl verschwiegenste Unternehmen der Welt

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Anlass, weniger Kalorien zu sich zu nehmen, sind die neuen, "gesünderen" Oreo-Kekse für manch echte Fans offenbar nicht. "Davon kann man ein Tonne essen", jubilierte beispielsweise der Fastfood-Blog Fatguyfoodblog über das neue Format. "Man kann sie sich wie eine Münze in den Mund werfen."

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