Mark Schneider will Pandemie nutzen Nestlé will vom Homeoffice-Trend profitieren

Konzernchef Mark Schneider sieht in der Krise große Chancen. Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller soll mittelfristig noch schneller wachsen. Versorgungsengpässe in der Pandemie drohen indes nicht.
Nestlé-CEO Ulf Mark Schneider: "Beruflich ist dieses Jahr eines der härtesten meiner Karriere"

Nestlé-CEO Ulf Mark Schneider: "Beruflich ist dieses Jahr eines der härtesten meiner Karriere"

Foto: ARND WIEGMANN / REUTERS

Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller Nestlé will vom Homeoffice-Trend profitieren. "Viele Menschen werden auch in Zukunft mehr zu Hause sein und dort essen", sagte Konzernchef Mark Schneider (55) im Gespräch mit dem manager magazin.  "Das kommt uns entgegen, da wir 90 Prozent unserer Umsätze über den Einzelhandel oder online erzielen."

Schneider hatte Ende Oktober anlässlich der Bilanzvorlage für das dritte Quartal die Umsatzprognose für 2020 angehoben und 3 Prozent Wachstum in Aussicht gestellt. Jetzt will er möglichst zügig an die goldene Ära seines Vorvorgängers Peter Brabeck-Letmathe (76) anknüpfen. "Wir haben unser Tempo erhöht und uns wieder an die Spitze in der Branche gesetzt", sagte Schneider. "Nun wollen wir mittelfristig auch wieder um 4 bis 6 Prozent pro Jahr aus eigener Kraft wachsen."

Zudem will Schneider stärker nach Zukäufen Ausschau halten. Durch Verkäufe einzelner Geschäftsteile war der absolute Umsatz des Konzerns zuletzt deutlich gesunken. Das soll jedoch kein Dauerzustand bleiben. "Wir wollen definitiv nicht kleiner, sondern größer werden. Das ist unser Ur-Instinkt", betont der frühere Fresenius-Chef. "Es ist einfach, mit überhasteten Zukäufen schnell Volumen zu bolzen, aber es muss darum gehen, eine gute Mischung aus sehr zielgerichteten Übernahmen und einem starken organischen Wachstum zu erreichen."

Durch die Corona-Pandemie will sich Schneider nicht aufhalten lassen. Engpässe bei der Nahrungsmittelversorgung schließt er aus. "Ich habe großes Vertrauen in unsere Branche und in den Einzelhandel. Und selbst wenn mal ein Produkt nicht vorhanden ist, dann bekommt man es am nächsten Tag", so der Vorstandschef. "In den großen Industrieländern war und ist die Versorgung nicht gefährdet." Dennoch fordert ihn die Krise mehr, als ihm lieb ist. "Diese Zeiten sind eine Bewährungsprobe. Beruflich ist dieses Jahr eines der härtesten meiner Karriere."

Lesen Sie das ganze Interview auf manager magazin+. 

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.