Sonntag, 26. Januar 2020

Schweizer Mutterkonzern Conzetta stößt Randbereiche an Outdoor-Spezialist Mammut steht zum Verkauf

Eingang vom Mammut Headerquarter in Seon
Photopress/Mammut
Eingang vom Mammut Headerquarter in Seon

Der mehr als 150 Jahre alte Schweizer Bergsport-Ausstatter Mammut steht zum Verkauf. Die Industriegruppe Conzzeta als Muttergesellschaft will sich auf das Geschäft mit Blechbearbeitung konzentrieren und sucht deshalb einen Käufer für die anderen Geschäftsbereiche, teilte das Unternehmen in Zürich mit.

Conzzeta hatte am 9. August 2019 angekündigt, das Potenzial des Geschäftsportfolios unter Berücksichtigung aller Optionen beschleunigt zu entwickeln und die Führung zu dezentralisieren. Der Bereich Blechverarbeitung unter dem Namen Bystronic erzielte 2018 eigenen Angaben zufolge 57 Prozent des Nettoumsatzes und 90 Prozent des Betriebsgewinns, nun will sich der Konzern auf diesen Bereich fokussieren.

Mammut ist ein Hersteller für hochwertige Bergsportausrüstung im oberen Preissegment. Gegründet wurde die Schweizer Marke bereits 1862. Im vergangenen Jahr setzte Mammut gut 253 Millionen Franken (etwa 223 Millionen Euro) um. Das Unternehmen hat knapp 900 Mitarbeiter. Das Betriebsergebnis lag 2018 bei 5,2 Millionen Franken. Conzetta erwarte für 2019 eine weitere Verbesserung, heißt es. Outdoor sei der einzige Geschäftsbereich, der von Januar bis September ein Umsatzplus aufweise, schreibt die Fachzeitung "Textilwirtschaft".

Conzzeta hatte 2016 begonnen, die Strategie von Mammut zu überarbeiten, dabei wurden die Kollektion erneuert und digitale Absatzkanäle aufgebaut. Mammut hat laut Geschäftsbericht ein weltweites Vertriebsnetz in 40 Ländern. Dennoch könne die Marke ihr Wachstumspotenzial als Teil der Gruppe außerhalb Europas in absehbarer Zeit nicht realisieren, so Conzzeta. Zuletzt hatte der Konzern versucht, das Wachstum in China und in Nordamerika anzukurbeln.

Nun soll der Verkauf bis Ende nächsten Jahres über die Bühne gehen, heißt es weiter. Neben Mammut sollen auch die Bereiche Schmid Rhyner, ein Unternehmen, das sich auf Drucklacke spezialisiert hat, sowie der Schaumstoffhersteller Foam Partner verkauft werden.

dpa/akn

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